Yucatán Rundreise

Die Vorfreude auf die Yucatán Halbinsel in Mexico war groß. Die Erwartungen sehr hoch. Und wir wurden nicht enttäuscht! Unsere 14-tägige Route führte uns von Cancun in einen Vorort von Tulum, weiter in den Nationalpark Sian Kaan, über Valladolid zu den Maya-Ruinen Chichén Itzá, der Cenote Ik Kil und abschließend auf die kleine, paradiesische Insel Holbox.

Aber eins nach dem anderen. Nach der Landung in Cancun direkt die erste Panne. Beim Versuch mexikanische Pesos beim Bankautomaten abzuheben, verschluckte der Automat unsere Karte. Da kein Mensch Englisch verstand und wir kein Spanisch sprachen, war es super schwierig überhaupt zu erklären was das Problem ist, denn der Automat zeigte keinen Fehler an. Nach einer gefühlten Ewigkeit fand sich aber doch eine zuständige Person die den Kasten öffnete und uns unsere Karte wieder übergab. Pure Erleichterung machte sich breit.

Tulum & Umgebung

Den geplanten Bus nach Tulum hatten wir somit versäumt und mit dem nächsten Bus war es bei unserer Ankunft am Busbahnhof bereits stockdunkel. Beim Blick aus dem Bus wurde uns etwas mulmig zumute, denn die Straßen waren menschenleer und Straßenbeleuchtung nicht vorhanden. Und wir mussten doch noch ein Taxi zu unserem AirBnB Apartment nehmen, welches ca. 15 Minuten von Tulum entfernt war. Nachdem wir den Bus dann verlassen hatten, stellten wir schnell fest, dass der Bus nur über eine Seitengasse angekommen war und die Hauptstraße vor dem Busbahnhof sehr wohl beleuchtet und nicht ausgestorben war. Nach den Horror-Taxi Geschichten, die wir bereits vorab erzählt bekommen hatten, waren wir bei der Taxi-Auswahl vorsichtig, ließen uns den Ausweis und die Lizenz zeigen und handelten den Preis vorab aus.

Unser Apartment lag in einer abgesperrten, bewachten Straße direkt am Meer. An den Anblick der bewaffneten Wachen mussten wir uns erstmal gewöhnen. Hier gibt es keine Hotels, nur kleine Häuser und Hütten mit eigenen Privat-Stränden. Unsere Gastgeber Sandy & David empfingen uns mehr als herzlich. Natürlich gab’s erstmal Tequila zur Begrüßung. Dann wurde uns klar gemacht, dass wir unsere Schuhe ab jetzt im Koffer verstauen können, die brauchen wir hier nicht. Unser Zimmer ist ein paar Meter vom Meer entfernt auf Stelzen in den Sand gebaut. Das Badezimmer besteht aus einem Waschbecken im Sand und einem an eine Palme genagelten Spiegel. Die Dusche und das WC ebenfalls direkt im Sand, mit Bambusmatten und Holz als Sichtschutz. Außerdem gehören 2 Kanus zum Zimmer, mit welchen man zum Hausriff paddeln kann um hier, im 2. größten Korallenriff der Welt, zu schnorcheln.

David & Sandy kommen ursprünglich aus Europa und den USA und sprechen fließend Englisch. Die beiden haben ein sehr aufregendes, außergewöhnliches Leben hinter sich und sehr viele spannende Geschichten auf Lager. Dieses kleine aber feine Paradies haben sie sich in ihrer Pension geschaffen. Alles ist sehr einfach, aber mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Und ganz ehrlich, braucht man wirklich mehr um glücklich zu sein? Wir genossen unsere Zeit hier auf jeden Fall sehr. Der Start in unseren Mexico-Urlaub konnte nicht besser sein.

 

Sian Ka’an

Zu meinem Geburtstag buchte Matthias bei einem der zahlreichen Anbieter in Tulum eine Jeep-Tour nach Sian Ka’an für uns. Gleich zu Beginn eine kleine Überraschung. Wir fuhren nicht wie gedacht im Jeep mit, sondern wir bekamen einen eigenen Jeep und Matthias musste hinters Lenkrad. Von David wussten wir bereits, dass die Fahrt an unser heutiges Ziel nach Punta Allen sehr anspruchsvoll ist und der Zustand der Jeeps sprach für sich. Die Scheibe war von links nach rechts mehrmals gesprungen und auch sonst schien alles schon sehr mitgenommen. Das Abenteuer konnte also beginnen. Der Guide fuhr im ersten Jeep voraus und 4 weitere Jeeps inkl. unserem versuchten ihm zu folgen. Wir mussten genau seiner Spur folgen um nicht in einem der bis zu 1,5 Meter tiefen, mit vom letzten Regen gefüllten Schlaglöchern hängen zu bleiben. Der sicher nicht ganz nüchterne Guide machte sich einen Spaß daraus, die Touristen abzuhängen und stieg ganz schön ins Gas. Komplett durchgerüttelt und 2 gewechselte Reifen später kamen wir dann im kleinen Fischerdörfchen Punta Allen, im Sian Ka’an Biosphere Reservat an.

Nach einem Snack ging’s in kleinen Booten weiter. Zuerst durch die Mangroven, wo wir unzählige Vögel und auch Krokodile beobachten konnten. Und dann hinaus aufs offene Meer, wo sich plötzlich einer meiner größten Träume erfüllte. Eine kleine Gruppe Delphine tauchte neben unserem Boot auf und wir begleiteten die Tiere einige Minuten lang. Immer wieder sprangen sie nur wenige Meter neben uns aus dem Wasser. Ich konnte es einfach nicht glauben. Das war eindeutig das schönste Geburtstagsgeschenk überhaupt!

Zum Schluss ging’s noch zum schnorcheln ins Wasser. Ich war anfangs sehr unsicher, da kein Land in Sicht war, die Wellen ganz schön hoch waren und man den Grund durch das Wasser nicht sehen konnte, da sich die Sonne hinter den Wolken versteckte. Aber ich konnte mir diese Gelegenheit einfach nicht entgehen lassen und sprang ins Wasser. Sobald der Kopf unter Wasser war und ich die wunderschönen Korallen und bunten Fische sah, wusste ich, die Überwindung hat sich gelohnt. Die Hand von Matthias lies ich trotzdem nicht los.

Zurück in Tulum, gab’s zur Feier des Tages noch ein paar Cocktails und leckere Enchiladas – der perfekte Abschluss eines wunderschönen Geburtstags!

 

Chichen Itza & Cenote Ik Kil

Natürlich dürfen bei einem Mexico-Urlaub auch der Besuch von zumindest einer der vielen Maya-Ruinen und Cenoten nicht fehlen. Wir entschieden uns für die in Yucatán am besten erhaltene Ruinenstätte der Maya-Kultur Chichen Itza und die nahe gelegene Cenote Ik Kil.

Um den großen Besuchermassen so gut wie möglich auszuweichen, nahmen wir bereits am Vortag einen Bus von Tulum nach Valladolid. Von dort dann ein Taxi in den nächst gelegenen Ort, wo wir übernachteten. Früh morgens gings dann zuerst zu den wirklich beeindruckenden Maya Stätten. In der Früh ist man noch so gut wie alleine in dem riesigen Areal und ohne Menschenmassen wirkt dieser Ort fast ein bisschen magisch. Man kann sich einfach nicht vorstellen, was sich hier in der Vergangenheit abgespielt hat.

Für uns persönlich war das Highlight des Tages jedoch der Besuch der Cenote. Cenoten nennt man frühere, mit Süßwasser gefüllte Höhlen, deren Decken eingebrochen sind. Die Maya nutzten sie häufig als religiöse Opferstätten. Die mexikanische Halbinsel ist von Cenoten übersät, jedoch sind nicht alle für Besucher zugänglich. In vielen kann man aber baden oder auch von Höhle zu Höhle tauchen. Ein einzigartiges, ganz besonderes Erlebnis.

 

No Comments

Leave a Reply

*