Ushuaia – das Ende der Welt

Wir starteten unseren Roadtrip durch Patagonien in Punta Arenas. Am Flughafen wartete bereits unser Autovermieter auf uns, um uns das Auto zu übergeben und uns in die Besonderheiten der Chilenisch- und Argentinischen Straßenregeln einzuweisen.

Andere Länder, andere (Verkehrs)Sitten

Der erste und wichtigste Tipp: Immer in Windrichtung parken, damit es die Türen beim Öffnen nicht aushängt. Der letzte Mieter unseres Autos hat diese Regel nicht befolgt und dementsprechende Schäden an der Türe hinterlassen. Und wir sollten immer einen zusätzlichen Kanister Sprit, genug Trinkwasser und ein bisschen Essen dabei haben – nur für den Notfall. Die Ketten liegen übrigens im Kofferraum. Ketten? Damit haben wir jetzt auch nicht gerechnet. Die Reifen sind standardmäßig mit Spikes ausgestattet und dann noch Ketten?

Hier gibt es so gut wie keine Bodenmarkierungen und auch sehr wenige Straßentafeln. Wenn es sich ausgeht, fährt man bis zu dreispurig nebeneinander. Eine Einbahn erkennt man daran, dass einem die Autos mitten auf der Straße entgegen kommen. Auch Stopp- oder Vorranggeben-Tafeln werden überbewertet und sind hier anscheinend nicht notwendig. Die „windschiefe Palme“ und das „Achtung Lama“ Schild sieht man hingegen sehr häufig. 🙂 Wir haben uns für die nächsten 2 Wochen ganze 2.500 Kilometer vorgenommen – wir werden uns also wohl oder übel an diese Verhältnisse gewöhnen müssen.

 

Ushuaia – el fin del mundo

Unsere erste Fahrt führte uns direkt ans Ende der Welt, dem südlichsten Zipfel der Erde – Ushuaia. Bei der ersten Grenzüberquerung wurden mir die Einreisedokumente vom Wind aus der Hand geblasen und landeten ein paar Meter weiter im Schlamm. Erste Lektion: Sobald man das Auto verlässt, alles am Körper festhalten, auch Hauben und Brillen sind gefährdet.

Was uns sofort aufgefallen ist, war die Freundlichkeit der Menschen. Bereits am Flughafen wurden wir so nett wie noch nie zuvor willkommen geheißen und auf der Strecke nach Ushuaia grüßte uns sogar jeder einzelne Straßenarbeiter. Auf der Fähre vom Festland ins Feuerland, wurden wir von Arbeitern ohne zu Fragen mit Tipps zur Route versorgt. Es gibt überraschend viele Polizeikontrollen – mitten im Nirgendwo. Und auch die Polizisten könnten nicht freundlicher sein…sie teilten uns die Straßenverhältnisse der nächsten Kilometer mit und wünschten eine gute Reise.

Kurz vor Ankunft in Ushuaia überquerten wir einen Pass. Spätestens dort wurde uns klar, warum wir Ketten dabei haben. Ungeräumte Schneefahrbahn. Wir waren sehr dankbar für die Spikes auf unseren Reifen.

Ushuaia selbst ist eine total charmante Stadt, direkt am Meer und umgeben von spitzen, hohen Bergketten. Wir machten uns hier ein paar gemütliche Tage, erkundeten die Stadt und bummelten am Hafen entlang. Hier legen gigantische Frachtschiffe an, um ihre Waren von und nach Südamerika zu transportieren. Und dann stand da noch ein wichtiger Termin an…der Draft-Tag  der Fantasy Football Gruppe. Wir haben extra ein Cafe mit super Internet ausfindig gemacht, damit Matthias daran teilnehmen kann. Via Skype war er dann live in Hofstätten anwesend. 😉

 

Pinguine aus der Antarktis

Von Ushuaia aus starten die meisten Expeditionen in die Antarktis. Und auch wir wollten noch ein Stück weiter in den Süden. Denn auf einer kleinen, privaten Insel im Beagle Canal haben sich vor wenigen Jahren Pinguine aus der Antarktis niedergelassen und sind bis heute geblieben. Nur eine einzige Agentur hat die Erlaubnis die Insel zu besuchen. 3x die Woche hat man die Möglichkeit in kleinen Gruppen den Pinguinen in ihrer natürlichen Umgebung ganz nahe zu kommen. Für mich eindeutig ein Traum, der sich erfüllt hat. Ehrlich gesagt, kann ich es noch gar nicht ganz glauben.

Es war einfach atemberaubend diese so tollpatschig wirkenden Tiere in ihrem Element zu sehen. Wie Delphine tauchten und schwammen sie flink durchs Meer und hüpften alle paar Meter fröhlich aus dem Wasser. An der Küste angekommen, wurde zu einem letzten Sprung angesetzt und Tataaaa…sie standen an Land. Der Spaziergang vom Wasser zum Rest der Kolonie wirkte hingegen schon etwas tollpatschiger, jedoch nicht weniger entzückend. Die 20 Minuten auf der Insel, als stille Beobachter, vergingen einfach viel zu schnell. Aber dieses Erlebnis wird uns noch lange Freude bereiten und mir schon beim Gedanken daran ein Lächeln ins Gesicht zaubern.

An unserem letzten Tag legten wir noch einen Halt auf einer Husky-Farm ein und drehten eine Runde am Hundeschlitten. Ebenfalls ein cooles Erlebnis und ein super Abschluss für unseren Besuch der südlichsten Stadt der Welt.

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