Stopover – 72 Stunden in Hong Kong

Nach 11 sehr unruhigen Flugstunden, kamen wir um Mitternacht todmüde in Hong Kong an. Doch Matthias‘ Rucksack hatte es wieder einmal nicht auf’s Gepäcksband geschafft. Nach ewiger Warterei und anschließendem Papierkram für das verlorengeglaubte Gepäck, trauten wir kurz vor dem Ausgang unseren Augen nicht. Der Rucksack stand auf einem Rollwagen direkt vor der Ausgangstüre. Wir wollen keinem was Böses unterstellen, aber die Verwechslungsgefahr von dem Rucksack in einem transparentem Sack mit gelber Schnur ist gleich Null. Aber ist ja nochmal gut gegangen.

Alles neu und anders

Im Hotel angekommen, lag in unserem Zimmer sogar ein Handy inkl. Internet bereit. Vorinstalliert mit Reiseführer, Wettervorhersage und Hotspot-Funktion für unsere Geräte – wir staunten nicht schlecht. Am nächsten Morgen machten wir uns auf den Weg die Stadt zu erkunden. Es war ein Gewusel der Sonderklasse. Gehsteige, Straßen, Geschäfte – alle randvoll mit Menschenmassen. Dazu die ganzen neuen Eindrücke und Gerüche an jeder Ecke. Besonders diese ersten Stunden in einem neuen Land, sind für uns die Spannendsten. Man versucht alles aufzusaugen und weiß oft nicht, wo man zuerst hinschauen oder hinhören soll.

 

Ruhe und Vogelgezwitscher mitten in Hong Kong

Doch nach ein paar Stunden hatten wir das Gefühl einmal tief durchatmen zu müssen. So geht es uns als gewohnte Landeier immer wieder in solchen Großstädten. 🙂 Doch auch das ist hier kein Problem. Eine knarrende, quietschende Zahnradbahn brachte uns auf den Hausberg der Stadt – dem Viktoria Peak. Innerhalb weniger Minuten befindet man sich in einem saftig grünen, dichten Wald mit gigantischem Ausblick über die ganze Stadt mit beeindruckender Skyline. Und wenn man dann noch ein paar Minuten geht, ist man völlig alleine.

Die Asiaten scheinen nämlich nur zum fotografieren aus der Zahnradbahn auszusteigen und sich im nächsten Augenblick wieder auf den Rückweg zu machen. Wir genossen die 30 Grad und jeden Sonnenstrahl auf unserer Haut. Sie hingegen versteckten sich unter einem „Regen“schirm. Wahrscheinlich für beide Seiten schwer verständlich, warum der andere das so macht.

 

Verrückte Küche

In Hong Kong findet man von Katzencafe’s über Toilettenrestaurants bis hin zu Comic-Bars einfach alles. Wir waren ein einem Restaurant, in dem alle Speisen mit viel Liebe zum Detail zu Tieren oder Comicfiguren verwandelt wurden. Und auch am Nachtmarkt  kamen wir aus dem Staunen nicht heraus und mussten das Ein oder Andere selbst probieren.

Big Buddha

Am nächsten Tag entschieden wir uns eine weitere Attraktion der Stadt zu besuchen – den Big Buddha. Er zählt zu den größten Buddha Statuen der Welt und thront hoch oben auf einer Nachbarinsel Hong-Kong’s. Mit einer Gondel, teilweise mit Glasboden, geht es in 25 Minuten hoch zum Ausgangspunkt. Als wir an der Talstation ankamen, trauten wir unseren Augen nicht. So eine Warteschlange haben wir in unserem Leben noch nie gesehen. Wir stellten uns sprachlos an und nahmen an, es wird schon dementsprechend schnell voran gehen. Aber nichts da…über 2 Stunden warteten wir auf einen Platz in einer Gondel. Der Ort ist für viele Einheimische ein Pilgerziel und der Andrang ist dementsprechend groß.

Die anschließende Fahrt mit der Gondel war für mich reine Folter. Viel zu hoch und viel zu undicht. Der Wind blies durch alle Öffnungen und brachte die Kabine zum Schaukeln. Beim Aussteigen, waren meine Knie butterweich. Nach einer kurzen Erholungspause, erkundeten wir das kleine Dorf und erklommen anschließend die steile Treppe um den Buddha aus voller Nähe zu begutachten. Die Umgebung war in Nebel gehüllt, es herrschte eine unglaublich tolle Atmosphäre und der Ausblick war einfach grandios. In diesem Moment waren alle Mühen vergessen.

 

13 kg leichter

Es ist unglaublich aber Vietnam bzw. Asien ist schon unser letzter Stop auf unserer Weltreise. Unser Rucksack war randvoll mit Dingen für die kalten Jahreszeiten. Wir packten alles, was wir für die verbleibende Zeit sicher nicht mehr brauchten, in ein großes Paket. Wanderschuhe, Schlafsäcke, Gewand, Camping-Equipment, Reisesouvenirs und vieles mehr – zusammen ganze 13 kg! Die Reise für dieses Paket dauert ganze 2 Monate…wir sind also gespannt wer zuerst zuhause ankommt.

Hong Kong war ursprünglich kein Wunsch-Reiseziel, sondern eigentlich eine Zwischenlandung auf dem Weg nach Vietnam. Wir hätten im Nachhinein aber sehr gerne mehr Zeit hier verbracht, denn es gäbe auch rund um die Stadt noch so vieles zu entdecken.

 

 

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