Küstenwanderung Tarifa

Gleich nach dem Frühstück gings los Richtung Tarifa. Der Plan war eine Küstenwanderung von Canos de Meca nach Barbate, der Küste entlang am südlichsten Ort Europas.

Wir scheiterten aber schon fast beim finden des Starts der Wanderung. Und auch kurz danach teilte sich unser Weg immer wieder in verschiedene Richtungen. Schilder oder Beschriftungen sucht man hier vergebens. Wir folgten immer wieder unserem Bauchgefühl, landeten aber leider auch etliche Male in zugewachsenen Sackgassen. Bis auf ein spanisches Pärchen, das leider kein Wort englisch sprach, und das gleich verwirrt umher lief wie wir, treffen wir auf diesem Weg keine weiteren Wanderer. Irgendwie hatten wir uns das anders vorgestellt.

Nach ca. 1,5 Stunden Gehzeit durch dichtestes Gestrüpp und am schwindelerregenden Rand entlang der Klippen endete unser Weg mitten in einem komplett zugewachsenen Wald in dem man nicht mal mehr aufrecht stehen konnte. Kurzzeitig überkam mich die Platzangst und als ich ein ziemlich großes Tier-Skelett neben mir entdeckte war es vorbei mit meiner Gelassenheit. Matthias beruhigte mich und plötzlich hörten wir Leute reden. Wir folgten den Stimmen und nur ca. 40 Meter neben unserem „Weg“ ging anscheinend der  richtige Wanderweg. Wir mussten laut los lachen. Sowas konnte wieder einmal nur uns passieren.

Die restliche Strecke war sehr angenehm zu gehen und die Aussicht auf das Meer, die zahlreichen Buchten und Leuchttürme war die Belohnung für die vorangegangen Strapazen. Nach 4 anstatt der geplanten 2 Stunden erreichten wir einen Parkplatz, die Stadt selbst war allerdings noch immer ca. 1 Gehstunde entfernt. Und wir brauchten ein Taxi, welches uns zurück zu unserem Auto nach Canos de Meca bringt.

Gottseidank war dieser Parkplatz gleichzeitig auch beliebter Picknickplatz für Einheimische. Wir fragten ob uns jemand ein Taxi hier hoch bestellen konnte, aber leider verstand kein Mensch auch nur ein Wort Englisch. Schnell versammelte sich eine ganze Menschentraube um uns und alle redeten laut und wild durcheinander, an Hilfsbereitschaft mangelt es hier nicht. Eine Mutter holte ihre kleine Tochter zu uns, die anscheinend in der Schule Englisch lernt und plötzlich drückte uns ihre Mama ihr Handy in die Hand mit den Worten „Taxi, Taxi“. Natürlich verstand auch der Taxifahrer kein Wort Englisch und wir konnten ihm ja nicht mal sagen, wie der Parkplatz hier heißt. Nach 15 Minuten wildem gestikulieren und Verständigungsversuchen,  erlöste uns ein ankommendes englisch-sprechendes Paar und brachte uns mit ihrem VAN in die Stadt, von wo aus wir ein Taxi zurück zu unserem Auto nahmen.

Zurück in Tarifa genossen wir ein Abendessen mit Blick auf das Meer und bereuten ein bisschen nicht mehr Zeit für diesen wunderschönen Ort eingeplant zu haben. Wir mussten ja schließlich heute noch nach Sevilla in unser gebuchtes AirBnB-Apartment. Übrigens ist man von hier aus mit der Fähre in nur 35 Minuten in Marokko!

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