Ein kurzer Abstecher nach Rio de Janeiro

Mit brasilianischer Pünktlichkeit, also etwas verspätet, kamen wir in Rio um ca. 2 Uhr morgens in unserem AirBnB an. Wir buchten 2 Tage vor Abflug ein richtiges Schnäppchen, direkt in der ersten Reihe der Copacabana.

Wir haben Rio de Janeiro nur als kurzen Zwischenstop ausgewählt…nach dem Motto „wenn wir schon mal in der Gegend sind“. 🙂 Im Nachhinein hätten wir an die 3 Tage doch noch ein paar mehr anhängen können.

Tour durch die Weltmetropole Rio de Janeiro

Um die Zeit bestmöglich zu nutzen und uns einen Überblick über die Stadt zu verschaffen, buchten wir einen privaten Guide, der uns in seinem Auto durch die Stadt kutschierte. Gustavo kennt jede Ecke Rio’s wie seine Westentasche und erzählte uns einige interessante Dinge rund um die Geschichte und Politik der Stadt.

Vor ca. 10 Jahren hat die Stadt begonnen, die jahrzehntelang der Drogenmafia überlassenen Armenviertel, zurückzuerobern. Hauptgründe waren die in Brasilien ausgetragene Fußball-WM und die olympischen Spiele. Nach den beiden Großveranstaltungen, ist der Tourismus allerdings  stark zurück gegangen und zahlreiche Hotels mussten schließen.

Für viele hier besteht der Alltag aus der ständigen Suche nach Arbeit um irgendwie Geld zu verdienen. Dementsprechend ist auch die Kriminalität wieder gestiegen, obwohl die gewalttätigen und bewaffneten Überfalle seit der wortwörtlichen „Favela-Säuberung“ stark gesunken sind. Auch unsere Vermieter haben uns gleich zu Beginn gewarnt. Unsere touristischen Gesichter seien von weitem zu erkennen. Wir sollen nur das Nötigste in unseren Taschen bei uns tragen und nie das ganze Geld und die Karten an einer Stelle aufbewahren.

Naja…ganz so drastisch sehen wir das dann doch nicht. Wir sind immer vorsichtig und passen gut auf unsere Sachen auf. Auf der anderen Seite sieht man auf den Straßen so manche Touristen, die das Handy hinten in der Hosentasche tragen und die teure Spiegelreflex-Kamera um den Hals hängen haben.

Natur mitten in einer Großstadt

Besonders die weitläufige Natur mitten in der Stadt hat uns überrascht. Es gibt viele, naturgeschützte Nationalparks und unzählige Wandermöglichkeiten.

Auf dem Weg zu einem Aussichtspunkt, haben wir 3 unserer Wohnzimmerpflanzen neben dem Weg wachsen sehen und wurden mehrere Male von ganzen Gruppen der Kapuziner-Äffchen begleitet.

 

Die weltberühmte Copacabana

Der Strand der Copacabana selbst, hat uns anfangs etwas enttäuscht. Wir haben uns hier mehr Stimmung und Leben erwartet. Stattdessen finden wir aber viele geschlossene Shops und Restaurant und eher reges Treiben.  Das wechselhafte Wetter lässt die Brasilianer wohl in ihren Wohnungen verkriechen.

Erst am späten Nachmittag verwandelt sich die Strandpromenade dann in eine kleine Vergnügungsmeile oder besser gesagt in ein Fitness-Paradies. Hier fällt man ohne Sportklamotten schon fast auf. Egal ob Volleyball, Laufen, Radfahren, Fußball, Yoga, Federball oder Crossfit…es gibt kaum eine Sportart die hier nicht vertreten ist. Ganze Gruppen trainieren zusammen am Strand. Einige haben sich sogar ihren eigenen Personal-Trainer mitgebracht.

 

Christusstatue

Ein Wahrzeichen der Weltmetropole Rio de Janeiro und ein Muss für jeden Besucher. Von hier oben hat man einen atemberaubenden Blick über die Millionenmetropole – vom Ipanema Strand bis zur Copacabana und den Zuckerhut – über die modernen Viertel und die zahlreichen Favelas. Die Christusstatue liegt auf dem Berg Corcovado im Nationalpark Tijuca und man kann kaum glauben, dass man sich mitten in einer Großstadt befindet. Außer Vogelgezwitscher ist hier oben nicht viel zu hören.

Auf dem Weg hierher liegen weitere tolle Aussichtspunkte, welche aber nur mit einem Auto erreichbar sind – wieder sind wir froh mit Gustavo unterwegs zu sein.

 

Zuckerhut

Der Zuckerhut ist ebenfalls eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Besonders die Fahrt mit der Seilbahn auf den Zuckerhut war für mich mit meiner Höhenangst eine weitere Herausforderung auf der Reise. Im Nachhinein kann ich aber sagen, es sieht vom Boden aus schlimmer aus als es ist.

Auch von hier genießt man unglaubliche Ausblicke über die Stadt und auf den nationalen Flughafen Rio de Janeiros. Die Route für den Landeanflug verläuft zwischen dem Zuckerhut und dem Strand der Stadt und man kann die Flugzeuge beim Landeanflug sozusagen von oben und aus vollster Nähe beobachten.

Leider war ich einen Moment lang unaufmerksam und habe für ein Foto meine Weste auf das Geländer gegenüber von uns gehängt. Kurz darauf war sie weg. Gottseidank nur meine H&M-Weste und nicht die Kamera oder das Handy. Hab mich trotzdem sehr geärgert, da es meine einzige Weste und mein Lieblingsteil im Rucksack war.

 

Das Künstlerviertel Santa Teresa

Hier fühlen wir uns ein bisschen nach Lissabon zurück versetzt. Mit Fließen verzierte Hausfassaden, die hügelige Lage und auch der Baustil erinnert doch sehr an Portugal. Hier lebten vor  vielen Jahrzehnten die reichen Kaffeebarone in prachtvollen Villen. In den 50er Jahren entdeckten Künstler, Hippies und Aussteiger das Domizil. Heutzutage ist es eines der charmantesten Gegenden der Stadt und auf jeden Fall einen Besuch wert.

Uns machte leider der Regen einen Strich durch die Rechnung. Wir schafften es gerade noch zum Wahrzeichen Santa Teresa’s – die mit farbigen Kacheln verzierte Treppe. Ein chilenischer Künstler hat es sich zu seiner Lebensaufgabe gemacht die über 200 Stufen mit kleinen Fliesen aus der ganzen Welt zu verzieren. Aus über 150 Ländern, hat er Fließen für sein Projekt erhalten – auch aus Österreich haben wir 2 entdeckt.

 

Besuch einer Militärkaserne

Durch Kommunikationsprobleme mit dem Taxifahrer, sind wir an unserem letzten Tag ungewollt in einer Militär-Kaserne gelandet. Wir wollten eigentlich nur zu einem Restaurant am Ende der Copacabana.  Da ich die Fragen des Taxifahrers nicht verstand, antwortet ich einfach mit „Si, si…“ und kurz darauf bekamen wir von bewaffneten Soldaten ein Besucherband um die Hand gebunden. Wir hatten keinen Plan, was hier gerade passierte. Aber wir dachten uns, wenn wir schon einmal hier sind, drehen wir einfach eine Runde. Nachdem wir mitten durch die Kaserne spazierten, führte uns ein kleiner Weg hinauf auf einen Hügel zu einem alten Militärbunker mit traumhaftem Ausblick über die Copacabana. Manchmal sind die ungeplanten Stops, doch die Besten! 🙂

 

Durch die wenigen Touristen in der Stadt, mussten wir bei keiner Sehenswürdigkeit in einer Schlange anstehen. Im Sommer sind hier teilweise Wartezeiten von mehreren Stunden einzuplanen. Uns hat Rio de Janeiro wirklich positiv überrascht und wir würden für einen erneuten Besuch mehr Zeit einplanen.

Jetzt geht es für uns aber weiter zur nächsten Etappe unserer Weltreise….nach Peru. Wir sind schon gespannt was uns dort so erwartet!

1 Comment

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    Melanie Schuster
    12. Juli 2017 at 16:01

    Wow traumhaft

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