Rainbow Mountain – surreales Naturschauspiel

Um 3:30 Uhr morgens riss uns der Wecker aus dem Schlaf. Noch recht verschlafen packten wir unsere Sachen und machten uns auf den Weg zu einem Hostel in der Nähe, von wo wir für unseren gebuchten Tagesausflug abgeholt werden sollten. Nach 45 minütiger Warterei in einer relativ dunklen Gasse, kam endlich der Bus – wir waren die letzten der 15-köpfigen Gruppe.

Abenteuerliche Anfahrt

3 Stunden ging es mit dem Mini-Van durch kleine Dörfer und zum Schluss, einen schwindelerregenden Pass, hinauf zum Startpunkt der Wanderung. Der Busfahrer fuhr die Strecke selbst zum ersten Mal und ihm tropfte regelmäßig der Schweiß von den Ohrläppchen – nicht gerade beruhigend. Aber wenigstens waren wir dementsprechend langsam unterwegs. Die unbefestigte Schotterpiste bot gerade einmal Platz für 1 1/2 Autos, Gegenverkehr also eher schwierig. Der Fahrer hupte deswegen vor JEDER Kurve 2 mal. 🙂 Uns kamen mehrmals kleine LKW’s mit offenen Ladeflächen entgegen. Voll geladen mit Pferden, ganzen Familien und Lebensmitteln jeglicher Art. Jeder Zentimeter wurde ausgenutzt.

Wir legten einen Zwischenstop bei einer bekannten Familie unseres Guides für ein Frühstück ein. Anscheinend haben sich unsere Mägen bereits an die Hygiene-Standards hier gewöhnt, denn wir vertragen wieder alles ohne Probleme – was einem beim Anblick der Küche und dem Geschirrspüler (ein alter Eimer im Freien mit kaltem Wasser) sogar etwas wundert. 😉

Wanderung mit wunderbarem Panorama

Frisch gestärkt marschierten wir los. Gemeinsam mit vielen weiteren Touristen – diese Tour ist leider kein Geheimtipp mehr. In Cusco wird diese Wanderung ohne genauere Infos verkauft und als „leicht“ eingestuft. Viele hatten bereits am Anfang so mit der Höhe zu kämpfen und Manche blieben sogar gleich am Parkplatz und versuchten die Wanderung erst gar nicht. Starke Übelkeit, Kopfschmerzen und völlige Erschöpfung sind die häufigsten Probleme. Immerhin wandert man von 4.400m auf 5.035m.

Wir haben uns vorab online informiert, die zahlreichen „Warnungen“  gelesen und wussten daher, auf was wir uns einließen. Und uns ging es gottseidank sehr gut. Wir merkten nur, dass das Atmen einfach schwerer fällt bzw. man viel schneller aus der Puste ist. Anfangs verläuft der Weg noch relativ flach, doch später folgten einige steile Abschnitte, die ganz schön in den Oberschenkel zogen. Beim Anblick der wunderschönen Täler und den schneebedeckten Gletscherspitzen fielen die Schritte aber wesentlich leichter. Wir wanderten durch Lama- und Schafherden, welche seelenruhig und zufrieden am Wegesrand grasten.

Am Wegrand saßen viele Wanderer mit bleichen Gesichtern. Natürlich wird auch damit Geld gemacht. Die Bewohner der Region kommen mit ihren Pferden den Weg entlang gelaufen und bieten für viel zu hohe Summen den Transport am Rücken der Tiere an.

Gipfelsieg mit süßer Belohnung

Die letzten 200 Meter sind aber nur zu Fuß möglich und zehren wirklich an den Kräften. Aber auf der Spitze des Rainbow Mountain angekommen, ist jegliche Anstrengung vergessen. Der Blick ist einfach gigantisch. Man hat einen unbeschreiblichen 360° Ausblick auf die Gletscher, bunt schimmernden Berge und vor allem auf die ungewöhnliche Form des Rainbow Mountains. Der Berg hat seinen Namen wirklich verdient. Einfach unglaublich, was die Natur hier geschaffen hat. Die Sonne scheint auf den Berg und lässt die 7 unterschiedlichen Farben, welche durch unterschiedliche Mineralien entstanden sind, richtig intensiv leuchten. Wir genießen unser wohlverdientes Snickers am Gipfel, bevor uns der eiskalte Wind wieder zum Abstieg zwingt.

Der Rückweg ging fast nur abwärts und fiel dementsprechend leicht. Wir fuhren zurück zum Ort des Frühstücks, wo uns dieses Mal ein leckeres Mittagessen aufgetischt wurde.

Wir fallen erschöpft, aber glücklich ins kuschelige Bett – was für ein wundervoller, unvergesslicher Tag!

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