Peru – Ankunft in Lima & Paracas

Eigentlich wollten wir uns in Brasilien etwas über Peru informieren und uns eine ungefähre Route durch das Land zusammenstellen, aber irgendwie gab’s immer etwas Besseres zu tun. 😉 Machu Pichu, die Lamas und der Titicacasee waren so ziemlich alles, was wir bis jetzt mit Peru in Verbindung brachten.

Wir kamen mit einiger Verspätung, um 2 Uhr morgens, am Flughafen in Lima an. Matthias‘ Rucksack hingegen nicht. Der ließ sich eine weitere Stunde Zeit um mutterseelenallein am Band daher zu rollen. Nach der Taxi-Fahrt ins Hostel waren wir wieder hellwach….mit 140 km/h im 80er und Slalom durch die anderen Autos. Auf die Frage wie viele Strafzettel er pro Monat bekommt, meinte er nur, in der Nacht wird hier nicht geblitzt.

Mit dem Bus bis nach Bolivien

Am nächsten Tag starteten wir mit der Recherche und ziemlich schnell wurden wir auf ein Busunternehmen aufmerksam, welches all unsere ausgewählten Ziele anfährt und uns sogar bis nach Bolivien bringen könnte. Erstes Ziel ist festgelegt – Ticket gebucht.

Lima – Miraflores

Unser Hostel befand sich in Miraflores, einer der beliebtesten, touristischsten und sichersten Bezirke in Lima. Hier reihen sich moderne Bars, Restaurants, Modeboutiquen und Banken aneinander. Es vergeht keine Minute, in der wir keinem Polizisten begegnen. Zusätzlich zur städtischen Polizei zahlen die Anrainer hier noch eine eigene Wache nur für ihr Viertel.

Die Lage am Meer mit traumhaftem Ausblick auf den Sonnenuntergang ist kaum zu toppen. Hier ist man bereits auf den Tourismus eingestellt, aber English spricht trotzdem kaum jemand. Und wenn, dann nur ein paar Worte. Wir versuchen ganz stolz uns in Spanisch zu verständigen. Aber bei der Antwort auf unsere Frage, schauten wir uns nur verblüfft an. Wir verstanden nur Bahnhof – Nada – rein gar nichts. Die Sätze klingen wie ein einziges Wort. Enttäuschung macht sich breit…war die ganze Lernerei umsonst? Nicht ganz. Wenigstens verstehen uns die Peruaner und das ist doch schon mal viel wert. Der Rest kommt ja vielleicht noch…

Natürlich mussten wir auch gleich einmal das Nationalgetränk probieren. Pisco, ein hochprozentiger Traubenschnaps. Er wird in verschiedensten Varianten angeboten – die wohl beliebteste ist der Pisco Sour. Wir können nur sagen – klare Empfehlung – köööööstlich. Gefährlich köstlich. 🙂

Auf gehts – erstes Ziel: Paracas

Kurz nachdem wir das Zentrum der Stadt verlassen haben, wird uns die eigentliche Armut des Landes vor Augen geführt. Hier gibt es nur super reich oder super arm. Leider gehören über 70% der Bevölkerung zur 2. Kategorie.

Es fällt auch auf, dass hier kaum ein Haus fertig gebaut ist. Und das hat einen einfachen Grund – solange der Bau nicht fertiggestellt ist, muss man nur 40% der Steuern zahlen. Außerdem wurden wir darauf aufmerksam gemacht, bei der Fleischauswahl in manchen Regionen vorsichtig zu sein, denn teilweise ist es noch Tradition Katzen zu essen. Meerschweinchen, Katzen…ich glaub ich werde hier vorübergehend zur Vegetarierin. 😉

Der kleine, traditionelle Ort Paracas liegt am Meer und versprüht eine entspannte Atmosphäre. Wir spazierten am Hafen entlang und beobachteten das geschäftigte Treiben der Fischer mit ihren bunten Boote und die vielen Pelikane. Am Abend gab’s gemeinsam mit Bekannten aus unserem Hostel einen weiteren Pisco-Sour bei Sonnenuntergang mit Blick auf’s Meer – einfach herrlich.

Das an den Ort angrenzende Paracas Natural Reserve umfasst 330.000 km2 Wüste, welche direkt auf den Pazifik trifft. Traumhafte Ausblicke auf einen roten Sandstrand und hohe Felsklippen.

Sklaventunnel der Hacienda San José

Diese Hacienda zählte einst zu den größten Baumwoll- und Zuckerrohr Produzent im 17. Jahrhundert. Um die tausend afrikanische Sklaven erledigten die Arbeit. Sklaverei war zu diesem Zeitpunkt legal. Doch um die Einfuhrsteuern der Sklaven zu umgehen, wurden hier unterirdische Tunnel gebaut, welche 4 Hacienda’s und den 17-km entfernten Hafen verbinden. Nachts wurden die ankommenden Flüchtlinge dann durch die unterirdischen Gänge auf die Hacienda geschmuggelt. Außerdem versteckte sich hier die Herrschaftsfamilie, wenn es wieder zu einem Piratenangriff kam.

Mittlerweile wurden die Tunnel zum Weltkulturerbe erklärt und Teile davon kann man durch verschiedene Geheimeingänge begehen. Mit Taschenlampen suchten wir uns unseren Weg bis zum nächsten Ausgang – stockfinster, stickig, staubig und eng. Man kan sich kaum vorstellen was hier passierte – uns läuft es regelmäßig kalt den Rücken runter.

Wie geht es weiter?

Wir können es kaum glauben, wie schnell die Zeit vergeht und dass wir jetzt schon über ein Monat unterwegs sind. So lange haben wir davon geträumt und jetzt sind wir mitten drin – einfach Wahnsinn! Wir versuchen jeden Tag in vollen Zügen zu genießen.

Unser nächstes Ziel war Huacachina, eine Oase inmitten der größten Dünenlandschaft Südamerikas. Ich bin mit den Berichten ein bisschen im Rückstand. Aktuell befinden wir uns bereits in Arequipa und erholen uns von einer wirklich fiesen Lebensmittelvergiftung. Hatten aber Glück im Unglück und uns geht’s bereits wieder halbwegs gut…mehr dazu im übernächsten Beitrag. 😉

 

2 Comments

  • Reply
    Mama
    17. Juli 2017 at 19:13

    Schön wieder etwas von euch zu lesen! Freu mich schon auf die Fortsetzung. Bussis mam und Hermann

  • Reply
    Sabrina
    21. Juli 2017 at 18:54

    Waaassss keine Meerschweinchen

  • Leave a Reply

    *