Obrigada Brazil

Fußball, Samba, Caipirinha…das waren die ersten Dinge die uns in den Kopf schossen, wenn wir an Brasilien dachten. Und im Nachhinein gesehen, ist das auch ziemlich zutreffend. Da wir sozusagen auf Familienbesuch hier waren, hatten wir für die 3 Wochen keinerlei Pläne, wir wollten uns einfach überraschen lassen. Und wir wurden sehr positiv überrascht – wir hätten uns niemals gedacht, dass wir bereits in unseren ersten 3 Wochen so viel erleben werden. Die Herzlichkeit und Offenheit der Leute und die pure Lebensfreude die man hier spürt sind einzigartig.

Land der Kontraste

Natürlich ist es für einen Mitteleuropäer ein extremer Kontrast zur Heimat. Für uns gehören Pünktlichkeit, Genauigkeit und Regeln bzw. Vorschriften zum Alltag. Hier herrscht ein anderes Tempo und die Dinge werden einfach nicht so ernst genommen. Wenn es heute nicht geht, dann eben morgen. Wenn es etwas nicht mehr gibt, dann wird eben improvisiert. Im Improvisieren sind die Brasilianer wirklich gut. Wir haben so viele Dinge erlebt und gesehen, die in Österreich einfach undenkbar wären. Wir haben die Freiheit, Entspanntheit und lockere Atmosphäre extrem genossen. Aber natürlich gibt es hier auch ein paar schwarze Schafe und man muss einfach besser auf seine Sachen aufpassen, als zum Beispiel in Österreich. Ich denke, es gibt nicht viele Orte auf der Erde, an denen man sich so sicher fühlen darf, wie in Österreich.

Spontanität ist hier Voraussetzung

Wir wurden jeden Tag aufs neue überrascht. Kein Tag war wie wir ihn erwartet hatten. Zum Beispiel unser letzter Tag auf Itaparica.

Der „Plan“ war:  Ausschlafen, gemütlich unsere Rucksäcke packen und uns nach dem Mittagessen auf den Weg zum Flughafen zu machen.

Realität: Am Vortag mussten wir feststellen, dass unser Abflug von Salvador nach Rio de Janeiro ohne Angabe von Gründen von 15 Uhr auf 22 Uhr verschoben wurde. Somit kamen wir erst nach Mitternacht mit unserem ganzen Hab und Gut in Rio an, was wir eigentlich vermeiden wollten. Aber ok, ändern kann man es ja sowieso nicht.

Um halb 8 waren wir putzmunter und haben begonnen zu packen. Dann bekam Matthias die Möglichkeit noch schnell zum Friseur zu gehen. Aber schnell ist hier so eine Sache. „Termin“ um halb 11, fertig um 14 Uhr. Inzwischen unzählige Bier in der Bar daneben. Währenddessen bekam ich überraschend eine Ganzkörpermassage verpasst. Ja richtig gelesen…und in Brasilien fallen die Ganzkörpermassagen etwas anders aus als in Österreich. Mein Schamgefühl musste ich für 1,5 Stunden über Bord werfen. 😉

Zum Mittagessen trafen wir uns dann am Strand und gleich anschließend ging’s weiter auf eine Geburtstagsfeier. Schön langsam wurde die Zeit knapp und wir machten uns auf den Weg zurück ins Haus, packten schnell unsere Rucksäcke und Haki brachte uns zum Hafen, um von der Insel aufs Festland zu kommen. Der Abschied fiel uns alles andere als leicht.

In der letzten Minute sprangen wir aufs Boot, welches leider komplett überbesetzt war. Sitzplatz blieb uns also verwehrt, stattdessen ein enger Stehplatz am Rand und kaum Platz sich zu bewegen. Und es wurde nicht besser. Zum Zweiten mal kamen wir mitten am Meer in einen starken Regen, welcher das Boot von einer Seitenlage auf die andere schaukelte. In Hockposition und zwischen die Holzpfosten des Geländers geklemmt, versuchten wir das Beste aus der Situation zu machen. Die Wellen schlugen über Bord und der Boden war sehr schnell mit Wasser gefüllt. Wir und unsere Rucksäcke waren patschnass. Als die Kinder dann die Rettungswesten angezogen bekamen, musste ich meine Nerven wirklich zügeln. Vor und neben uns übergaben sich bereits die Leute. Am liebsten hätten wir uns zurück in das sichere Österreich gebeamt. 😉 Komplett durchnässt, mit weichen Knien und einem übergedrehten Magen kamen wir an Salvadors Hafen an.

Überraschung

Am Flughafen überraschten uns Shaimee und Anna (Großeltern von Haki’s Kids). Wir haben die beiden bei Ihrem letzten Österreich Besuch kurz kennengelernt und sie wollten uns unbedingt noch kurz treffen. Also gabs vor Abflug noch ein schnelles Bier am Flughafen. Ihr Sohn war mit und übersetzte unsere Diskussionen über Gott und die Welt, vor allem aber über die krassen Unterschiede zwischen Österreich und Brasilien…wir hatten so Einiges zu lachen! Sie begleiteten uns beim Check-in und bis zur Sicherheitskontrolle. Mit einem positiveren Eindruck von Brasilien hätten wir nicht abheben können.

Muito Obrigada

Wir wollten diese Möglichkeit nochmal nutzen, um uns vor allem bei Haki und Manu für die geniale Zeit zu bedanken! Ihr habt es uns ermöglicht, das echte Brasilien kennenzulernen. Als Touristen wären wir niemals an die Orte gekommen, die ihr uns gezeigt habt. Auch an Lene, Maneolito und Manu’s Großeltern, die uns wie Familienmitglieder aufgenommen haben und uns ständig mit brasilianischen Köstlichkeiten versorgt haben, möchten wir nochmal DANKE sagen! Auch ein Danke an alle Anderen, die unseren Brasilien-Urlaub so unvergesslich gemacht haben!

Besser hätte unser Auftakt zu unserer Weltreise nicht sein können und es wird schwierig werden diese 3 Wochen zu toppen! Eines steht fest…Brasilien hat uns nicht zum letzten Mal gesehen! 🙂

PS: Wir legen noch einen kurzen Zwischenstopp in Rio ein, bevor wir endgültig das Land verlassen – ein kurzer Reisebericht folgt!

 

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