Stürmische Begrüßung in Neuseeland

Die Weiterreise von Fidschi nach Neuseeland war alles andere als entspannt. Zuerst ein Feueralarm auf der Fähre ohne Land in Sicht und dann noch ein turbulenter Flug nach Auckland, da es hier seit Tagen richtig stürmt. Naja…auch Reisen ist nicht immer nur Spaß!

Am Tag, an dem wir unser Zuhause für die nächsten Wochen abholten, schüttete es wie aus Kübeln. Die Umgewöhnung zum links-fahren wäre ja an sich schon genug und dann auch noch im strömenden Regen. Da wurde der Blinker nicht nur einmal ohne Grund betätigt, denn auch dieser ist hier auf der „falschen“ Seite und wird daher nicht selten mit dem Scheibenwischer verwechselt.

Dürfen wir vorstellen, das ist Heidi – unser Zuhause auf vier Rädern

Wir müssen zugeben, Heidi war nicht unsere erste Wahl. Wir waren mit der Buchung unseres Vans sehr spät dran und aufgrund der neuseeländischen Ferien war so gut wie alles ausgebucht. Heidi ist schon etwas in die Jahre gekommen und die Ausstattung ist sehr funktionell, weniger gemütlich ausgefallen. Das kann auch ihr farbenfrohes Äußeres nicht wett machen. 😉

Wir haben also die verregneten Tage genutzt, um es uns so gemütlich wie möglich einzurichten. Immerhin verbringen wir in den nächsten 6 Wochen viel Zeit auf diesen max. 5 Quadratmetern. Eine kleine Lichterkette hier, ein paar bunte Kissen da und ein paar praktische Helferchen für den Alltag mussten einfach sein.

Neuseeland Campervan

 

Hoch in den Norden – Cape Reinga

Gleich zu Beginn, machten wir uns auf den Weg zum nördlichsten Zipfel Neuseelands – zum Cape Reinga. Der Geschichte der Maori zu folge, treten hier die Seelen der Verstorbenen in die Unterwelt ein. Außerdem treffen hier der Tasmansee und der Pazifik aufeinander – ein Kräftemessen der Wellen, welches man vom Leuchtturm aus bestaunen kann.

Das Wetter hatte sich noch immer nicht gebessert und wir bekamen es mit Windböen von bis zu 80kmh zu tun – irgendwie fühlten wir uns nach Patagonien zurückversetzt. Aber wenigstens ist unser Camper winddicht, im Vergleich zu unseren patagonischen Unterkünften.

 

90-Miles-Beach

Auf dem Rückweg übernachteten wir auf einem Campingplatz direkt am 90-Miles-Beach. Der Weg dorthin führte uns vorbei an einer großen Herde Wildpferden mit einigen Fohlen. Die Natur ist einfach unglaublich weitläufig und es ist alles so saftig grün und dicht bewachsen, einfach wunderschön. Leider konnten wir den Strand hingegen weniger genießen. Regen – Sonne – Regen – und das ca. 20 mal täglich.

Aber immerhin waren wir in lustiger Gesellschaft. Und ich hab mich total verliebt. Die kleine Greta (9 Monate alt) war gemeinsam mit ihren Eltern unterwegs und die Chemie stimmte einfach sofort. Sie ließ mich nicht mehr aus den Augen und ich wollte sie nach ein paar Stunden gar nicht mehr hergeben. Es ist immer wieder spannend die ganzen Abenteuer-Geschichten von anderen Reisenden zu hören und sich über Gott und die Welt auszutauschen.

Leichter Mangel an Begeisterung

Aber irgendwie waren wir nach unserer ersten Woche in Neuseeland weniger begeistert als erwartet. Wir hatten uns das irgendwie anders vorgestellt. Natürlich spielte dabei auch das Wetter eine Rolle, denn auf der Nordinsel zählen die wunderschönen  Strände nun einmal zu den Hauptattraktionen. Und bei Wind und Regen, lassen sich diese nicht wirklich genießen.

Außerdem wollten wir unsere Route spontan von einem Tag auf den anderen planen und starteten somit mit Null Ahnung über Route, Aktivitäten, Campingplätze etc. unsere Rundreise. Da wir uns mit mobilem Internet ausgestattet hatten, sollte das ja kein Problem sein – dachten wir. Dass es im halben Land keinen Empfang gibt, haben wir in Neuseeland wirklich nicht erwartet. Es war eigentlich ganz interessant zu sehen, wie aufgeschmissen man heutzutage ohne Internet ist! 😉 Wir besitzen keinerlei gedruckte Karten oder Reiseführer, sondern haben uns zu 100% darauf verlassen, jederzeit alle Informationen online verfügbar zu haben.

Mittlerweile haben wir uns aber an die Umstände gewöhnt, uns angepasst und genießen den täglichen Campingalltag richtig. Den Regen überbrückten wir oft bei einer Runde Jazzy oder beim Schnapsen. Und die Regenpausen werden sofort genutzt. Kleine Wanderungen, ein Wochenmarkt und ein Strand an dem man sich selbst ein Whirlpool buddeln kann standen bereits am Programm. Und ab und zu blitzte sogar einmal die Sonne durch!

Es war sicherlich nicht der beste Auftakt zu unser 6-wöchigen Rundreise, aber wir freuen nach einer ersten Recherche über die Südinsel schon richtig auf die nächsten Wochen!

 

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