Lençóis – Nationalpark Chapada Diamantina

Der charmante Ort Lençóis liegt mitten im Nationalpark Chapada Diamantina, einem Paradies für Wanderer und Naturliebhaber. Hier gibt es Berge, viel Wasser und viel Grün. Viele ehemaligen Hippies und Süd-Brasilianer haben sich hier niedergelassen und der Ort hat sich auf den Tourismus eingestellt. Es gibt eine große Auswahl an internationalen Restaurants und Geschäften. Am Abend gibts es an jeder Ecke Livemusik. Außerdem ist Lençóis ein super Ausgangspunkt für viele Wanderungen im Nationalpark Chapada Diamantina.

 

Pferdeparade

Gleich am ersten Abend, als wir gemütlich bei einem Bier im Ortskern saßen (ja, auch ich bin mittlerweile zur Bier-Trinkerin geworden), wurden wir von vielen hundert Reitern auf ihren Pferden überrascht. Alle Vereine der Umgebung haben sich herausgeputzt, geschmückt und sich zusammen zu einem Umzug durch die Stadt aufgemacht. Wirklich beeindruckend.

 

Wasserfall Sossego

Am ersten Tag haben wir uns gleich die anstrengendste Wanderug vorgenommen – zum Wasserfall Sossego. Im gesamten Nationalpark sind keine Wanderwege beschriftet. Damit will die Gemeinde die Touristen zwingen sich einen Guide zu buchen. Haki war schon viele Male hier und kennt diese Wanderung schon, daher haben wir uns auf eigene Faust auf den Weg gemacht.

Unterwegs waren wir uns dann doch unsicher und folgten einer zufällig vorbeikommenden Gruppe und deren Guide. Es wurde immer steiler und steiler und irgendwann sind wir nur mehr quer durchs Gestrüpp marschiert. Als wir nicht mehr weiterkamen, hat sich herausgestellt, dass auch der „Guide“ noch nie hier war und sich verlaufen hat. Also wieder den ganzen Weg zurück und übers Flussbett direkt zum Wasserfall. Es war eher ein Fitnessparcour als eine Wanderung. 😉

Aber der Anblick des Wasserfalls am Ziel war jede Mühe wert. Matthias wagte den Sprung ins kalte Wasser und beeindruckte damit die kälteempfindlicheren Brasilianer, welche es ihm dann einer nach dem anderen nachmachten. Nach einer kleinen Jause machten wir uns auf den Heimweg…immer die frische, kalte Kokosnuss als Ziel vor Augen (Matthias und Haki das kalte Bier), dann geht es sich gleich leichter.

 

Wasserfall Poco do Diabo, Gruta da Pratinha, Poço Azul & Sonnenuntergang am Morro do Pai Inacio

Am nächsten Tag musste Haki vom Hotel aus arbeiten. Matthias und ich buchten uns einen Guide der bei uns im Auto mitfährt und uns die schönsten Plätze in der Gegend zeigt. Zuerst waren wir etwas skeptisch, da Diogo nur sehr wenige Worte Englisch sprach. Aber mit unserem erlerntem Spanisch (sehr ähnlich wie Portugiesisch) und mithilfe unserer Hände und Füße konnten wir uns super verständigen.

Zuerst gings über eine kleine Wanderung zu dem super schönen Wasserfall Poco do Diabo. Danach zu einer kristallblauen, glasklaren Lagune Gruta da Pratinha. Von hier aus schnorchelten wir durch die umliegenden Höhlen. Es wimmelte nur so vor kleinen Fischen und tiefer in der Höhle konnte man wirklich nur mehr die Lichter der Taschenlampen sehen – ein bisschen gruselig.

Bei einer weiteren Grotte namens Poço Azul leuchtet nur eine halbe Stunde pro Tag die Sonne so ins Wasser, dass es zu einem kleinen Naturschauspiel kommt.

Zum Abschluss wanderten wir auf das Hochplateau Morro do Pai Inacio. Von hier aus hat man einen wunderschönen Ausblick in die umliegende Berglandschaft der Chapada Diamantina. Wir konnten uns gar nicht satt sehen. Rechtzeitig zum Sonnenuntergang brachte uns unser Guide zu einem gemütlichen Platz, etwas abseits der anderen Besucher – ein fantastischer Abschluss eines wunderbaren Tages.

 

Ribeira do Meio – natürliche Badestelle mit Wasserrutsche

Am 3. Tag schmerzten meine Füße schon zu sehr und ich legte einen halben Tag Pause ein, während sich die Burschen weitere Wasserfälle in der Umgebung ansahen.

Am Nachmittag raffte ich mich dann doch auf und wir machten uns auf den Weg zum Ribeiro do Meio, einer schönen Badestelle im Fluss mit natürlicher Wasserrutsche über die großen, flachen Felsen. Weitere ausgeschwemmte, natürliche Pools laden zum Entspannen im Wasser ein – ein kleines Paradies.

 

Cachoeira da Fumaça – ein über 300m hoher Wasserfall

Am letzten Tag sammelte ich nochmal all meine Kräfte und wir machten uns auf den Weg zu unserer letzten Wanderung. Am Ziel angekommen, hatte man wieder einen traumhaften Ausblick in die Täler der Umgebung. Durch den geringen Wasserpegel, schaffte es das Wasser jedoch nur wenige Meter in die Tiefe, bevor es vom Wind verweht wurde. Vom Wasserfall war also so gut wie nichts zu sehen. Auf halbem Rückweg tauchte dann noch ein Kokosnussverkäufer auf – ein Geschenk des Himmels 🙂

 

Es gäbe hier noch so viele weitere schöne Orte zu entdecken, aber uns zieht es bereits wieder weiter um den Höhepunkt der Juni-Feierei, das São João Fest, gemeinsam mit Manu und ihrer Familie zu feiern – wir sind schon gespannt!

4 Comments

  • Reply
    Sabrina
    28. Juni 2017 at 8:36

    Wenn man das so liest möchte man sofort auch den Rucksack packen…..

    • Reply
      Tanja Kulmer
      2. Juli 2017 at 0:31

      Du hast den Rucksack e immer gepackt…ab in den Flieger!! 😉

  • Reply
    Nicole Wünscher
    28. Juni 2017 at 19:28

    ich hätte zu gerne eure verständigung auf spanisch gehört 😉
    wahnsinnig tolle fotos!

    • Reply
      Tanja Kulmer
      2. Juli 2017 at 0:31

      Gottseidank hat uns niemand zugehört! 😀 Danke! Bussl nach Südtirol!

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