Vom Hostel auf’s Luxusboot

Eine der Hauptattraktionen Vietnam’s darf natürlich auch bei unserer Reise nicht fehlen. Ähnlich wie Machu Picchu ist die Halong Bay zu einem richtigen Touristenmagnet geworden und dementsprechend überlaufen. Fast 600 Boote verkehren täglich in dieser Bucht. Aber diese einzigartige Landschaft darf man sich unserer Meinung nach trotzdem nicht entgehen lassen – da kann man nur versuchen die Menschenmassen so gut wie möglich auszublenden.

Von heute auf morgen

Wir sind mittlerweile etwas faul geworden, was die Reiseplanung angeht. Meistens entscheiden wir erst am Vortag oder in der Früh, wohin es geht und wie wir von A nach B kommen. Diese Flexibilität und Freiheit hat auf jeden Fall seine Vorteile, aber leider auch Nachteile. Die guten Unterkünfte sind oft ausgebucht und auch die Auswahl für Busse, Züge und Touren sind mehr als beschränkt, was uns im Endeffekt immer mehr Zeit, Nerven und Geld kostet. Daher versuchen wir mittlerweile wieder zumindest einige Tage voraus zu planen.

Upgrade x 5

Auch unsere Bootsfahrt durch die Halong Bay haben wir erst am Vortag gebucht. Unsere Buchung wurde online bestätigt, aber kurz darauf wegen Überbuchung storniert. Das wiederholte sich 5 Mal.

Am Ende wurde uns für die Unannehmlichkeiten ein Upgrade in ein brandneues Schiff zugeschickt. Genauer gesagt in die Honeymoon-Suite des luxuriösesten Schiffs das zurzeit in der Bucht verkehrt. Wir recherchierten kurz online und waren etwas skeptisch. Die 10 Bewertungen auf TripAdvisor stammten alle vom gleichen Tag, natürlich mit höchster Punktezahl. Für eine Planänderung waren wir zu müde, daher stimmten wir einfach zu.

Willkommen an Bord

Am nächsten Morgen wurden wir im Hotel abgeholt und zum Hafen gebracht. Mit einem uralten, schäbigen Kleinboot wurden wir, gemeinsam mit 10 weiteren Gästen, zum Schiff gebracht. Mit Luxus hatte das nichts zu tun. Das eigene Kleinboot befindet sich angeblich noch in Produktion. Es stellte sich schnell heraus, dass niemand  dieses Schiff gebucht hatte, sondern Alle ein Upgrade erhielten. Über 3 Ecken erfuhren wir, dass wir die ersten Gäste überhaupt an Bord seien. Das erklärte auch das anwesende Kamerateam.

Die Crew und der Kapitän begrüßten uns herzlich an Bord und es folgte ein 5-gängiges Mittagessen. Alle waren etwas nervös und es lief noch nicht ganz so rund. Es schaute sehr danach aus, als ob wir hier die Versuchskaninchen wären – wogegen wir natürlich nichts einzuwenden hatten. 🙂

Lan Ha Bay

Aber das beste kommt erst: Das Schiff ist eines von wenigen, mit der Erlaubnis die Lan Ha Bucht zu befahren. Diese Bucht liegt direkt neben der berühmten Halong Bucht, ist mindestens gleich schön, aber total ruhig und unberührt. Bis auf ein paar kleine Fischerboote sind uns in den 2 Tagen nur 2 andere Touristenboote begegnet.

 

Ungewohnter Luxus

Unsere Kabine war schöner als die meisten Zimmer die wir auf unserer Reise hatten. Ein großes Familienzimmer mit großem, modernem Badezimmer und Balkon. Und von jeder Ecke Ausblick in die felsige Bucht.

Am Nachmittag legten wir bei einem kleinen schwimmenden Kajak-Verleih an und durften einen Teil der Bucht auf eigene Faust erkunden. Es war einfach genial durch diese atemberaubende Landschaft zu paddeln. Und das völlig alleine – ohne die 1000 anderen Touristen. Wir konnten unser Glück kaum fassen und kamen aus dem Grinsen nicht raus.

Den Sonnenuntergang haben wir leider versäumt, da das Schiff mit den Filmaufnahmen der Drohne beschäftigt war und die Zeit übersehen hat. Das 7-gängige Dinner und die Kochvorführung am Abend ließen uns diese Tatsache jedoch ganz schnell vergessen. Es waren wirklich lässige Leute an Bord und wir hatten einen lustigen Abend mit einigen leckeren Cocktails.

Am nächsten Tag wurden wir von einem kleinen Bambusboot abgeholt und vorsichtig durch die umliegenden Höhlen manövriert. Der nette Vietnamese sang dazu mit voller Lebensfreude ein Lied nach dem anderen. Unser Applaus ermunterte ihn immer wieder zu einer Zugabe.

Lan Ha Bay

Mit dem gleichen, alten Kutter wie am Vortag wurden wir vom Schiff zum Hafen gebracht. Der Bootsführer dürfte dieses Boot zum ersten Mal gelenkt haben – so hat er sich zumindest angestellt. Wir fuhren auf den Hafen zu und die Betonwand kam immer näher. Er bremste viel zu spät, drehte das Schiff noch irgendwie zur Seite und es krachte. Richtig laut. Das kleine Boot schliff die Wand entlang und es quietschte und rauchte. Alle waren geschockt und es war muxmäuschenstill. Der Kapitän setzte zu einem erneuten Versuch an und krachte erneut in die Wand, dieses Mal gottseidank nicht mehr so heftig. Die Stimmung wurde immer unruhiger. Nur er ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und beim 4. Versuch, schaffte er es dann doch noch an der richtigen Stelle anzudocken. Definitiv kein schöner Abschluss.

Aber auch wenn es noch nicht ganz rund lief, war die 2-tägige Fahrt echt ein unvergessliches Erlebnis und eine einmalige Chance diese Bucht ganz ohne Touristenmassen genießen zu können. Denn auch die Lan Ha Bucht  wird in Zukunft für weitere Boote freigegeben und ein Highway zum Hafen ist bereits im Bau. Schade drum, aber es wird eben überall der maximale Profit in den Vordergrund gestellt und mit dieser Kulisse lässt sich definitiv Geld verdienen.

 

1 Comment

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    Sabrina
    9. November 2017 at 0:09

    Glück muss man haben

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