Kambodscha – auf geht’s Richtung Süden

Von Phnom Phen buchten wir uns ein Busticket nach Sihanoukville. Nachdem wir sogar pünktlich das Busterminal verließen, legten wir wenige Minuten später einen Stop in einer Werkstatt ein. Der Busfahrer teilte uns mit, dass der Bus noch schnell repariert werden müsste . Als ob es das normalste der Welt wäre, mit den ganzen Insassen in die Werkstatt zu fahren. Eineinhalb Stunden später ging’s dann weiter.

Otres Beach 1

Sihanoukville und die umliegenden Dörfer gleichen einer einzigen, großen Baustelle. Die Küstenorte setzen alle Karten auf den hoffentlich steigenden Tourismus. Im Moment gibt es nur wenige größere Hotels, das wird sich in den nächsten Jahren aber sehr stark ändern. Unsere Unterkunft lag etwas außerhalb, am Otres Beach 1. Eine kleine, feine, von 2 Italienern geführte Pension.

Als wir ankamen, lag der gesamte Strommasten inkl. Kabeln auf der Straße vor dem Eingang. Unser erster Gedanke – oh nein, schon wieder kein Strom. Doch Luca beruhigte uns gleich nach der Begrüßung – das ist kein Unfall, die Gemeinde möchte die Stromleitungen auf die andere Straßenseite verlagern und das dauert bereits über einen Monat. Aber „bald“ sollte es geschafft sein. Wir verbrachten einige, unterhaltsame Tage hier und genossen die Zeit mit vielen neuen Reisebekanntschaften. Der Strand war nur ein paar Gehminuten entfernt und um ein vielfaches sauberer als in Sihanoukville selbst.

 

Müllproblem

Das Ausmaß der Vermüllung in diesem Land hat uns wirklich schockiert. Fast alle besuchten Länder auf unserer Weltreise haben mit dem Müll zu kämpfen. Doch was man hier sieht, ist echt eine Katastrophe für sich. Man kann keine paar Meter auf der Straße gehen, ohne auf Müll zu treten. Und an jeder Ecke häufen sich die Müllberge. Auf den kleineren Flüssen ist von der Wasseroberfläche oft nicht viel zu sehen. Es wird einfach Alles beim Fenster hinaus geworfen, ohne auch nur eine Sekunde nachzudenken.

Das wiederum freut die Ratten ganz besonders. Während unserer Reise durch Kambodscha sind uns in 4 verschiedenen Restaurants mehrere, wohlgenährte Ratten an unseren Tischen vorbei gelaufen. Ja, ich bin mittlerweile abgehärtet…früher wäre ich laut schreiend davon gelaufen! 😉

Kampot – dort wo der Pfeffer wächst

Dann ging’s wieder weiter ins Landesinnere, nach Kampot. Die kleine Stadt am Fluss wird bei Reisenden von Jahr zu Jahr beliebter. Hier haben sich viele Europäer niedergelassen und das Angebot an westlichen, schicken Cafe’s und Bars ist dementsprechend groß. So ein Burger tut zur Abwechslung auch mal richtig gut! Hier tickt die Uhr scheinbar etwas langsamer und wir genossen diese Gemütlichkeit und Entspanntheit in vollen Zügen. Außerdem haben wir die Tage genutzt um wieder einmal etwas Sport zu machen. Matthias nutzte die Flusspromenade zum Laufen und ich war in einem kleinen Yoga-Studio aktiv.

 

Das Highlight dieser Umgebung durften wir uns natürlich auch nicht entgehen lassen. Mit dem Motorrad ging’s 1 Stunde lang querfeldein, vorbei an unzähligen kleinen Reisfeldern, Zuckerrohrplantagen und den für Kambodscha typischen Häusern auf Stelzen. Ziel war eine der größten Pfefferfarmen der Umgebung. Die Region rund um Kampot ist für ihren international ausgezeichneten Pfeffer bekannt. In Deutschland wird der rote Kampot-Pfeffer für 400€/kg verkauft. Wir erhielten eine kleine Rundführung durch die Felder und durften die vielen verschiedenen Pfeffersorten verkosten. Jetzt wissen wir wo der Pfeffer wächst – und auch wie er wächst.

 

Fischmarkt in Kep

Wir lieben es mit dem Moped durch die Gegend zu düsen und einfach Land und Leute zu beobachten. Daher ging’s von der Pfefferfarm weiter auf einen Kaffe in die nächste Stadt. Kurz vor der Stadt, sahen wir am Straßenrand eine Menschenansammlung und kleine Marktstände. Die Neugierde war groß, wir parkten ein.

Wir folgten den ganzen Leuten und der Geruch verriet sehr schnell – es ist ein Fischmarkt. Die Fischerboote legten direkt hinter der Markthalle an und bei jedem Fang folgte ein wildes Geschrei und ein Kampf um die besten Stücke. Pures Kino. Natürlich mussten auch wir gleich einen der frisch gegrillten Fische verkosten – ein Gaumenschmaus.

Wenn Kambodschaner Urlaub machen, dann hier in dieser Stadt. Mit Sack und Pack, völlig überladen in kleinen Bussen gepfercht, sahen wir die Familien hier ankommen. Es werden Matten und Decken auf allen freien Flächen wie z.B. den Gehsteigen ausgebreitet und es folgt ein Picknick der Sonderklasse. Es ist schön zu sehen, wie glücklich und zufrieden die Familien hier beisammen sitzen und die Zeit genießen – sie haben es sich mehr als verdient!

 

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