Itaparica & Salvador da Bahia

Wir haben uns schneller an den Reise-Alltag gewöhnt als erwartet. Matthias nutzt die Morgenstunden zum laufen am Strand und ich fürs Yoga auf der Dachterasse mit Meerblick. Danach gibts ein gemütliches Frühstück, meistens mit Mangos aus dem Garten. Wir dürfen im Moment die ganze Woche Sonntag-Stimmung genießen und wir wissen diesen Luxus wirklich zu schätzen.

Itaparica

Mittlerweile haben wir von der Insel noch ein bisschen mehr gesehen. Auf wunderschönen Stränden entspannt und uns weiter durch die köstlichen Gerichte probiert. In der Stadt Itaparica folgten wir einer Tafel zu einem neuen Restaurant und landeten in einer Sackgasse mit einem breiten Flussbett. Als wir die Bauarbeiter dort fragten, wo das Restaurant sei, meinten sie ganz selbstverständlich wir könnten das Auto hier stehen lassen, die Schuhe ausziehen und durch den Fluss auf die andere Seite des Ufers gehen, dann kämen wir direkt ins Restaurant. So war es auch und es war nicht irgendein Restaurant, es war ein wunderschönes, modernes Restaurant direkt am weißen Sandstrand mit traumhaftem Ausblick aufs Meer. Einfach unbeschreiblich.

 

Salvador da Bahia

Mit rund 2,5 Millionen Einwohnern ist die ehemalige Hauptstadt Brasiliens eine der größten Städte im Land. In der Früh nahmen wir das Boot von der Insel zur Stadt. Mitten im Meer kamen wir in ein Gewitter mit starkem Sturm. Das Boot schwankte in den Wellen von einer Seitenlage in die andere. Die Leute klemmten sich in die Bänke und ich hatte wirklich höllische Angst, dass wir alle bei der nächsten Welle über Bord gehen. 15 Minuten später waren auch unsere Mägen an der Grenze aber dann wurde es gottseidank endlich wieder etwas ruhiger und die Stadt war in Reichweite. Und als ob das nicht genug wäre, war auch noch ein Prädiger an Bord der anscheinend nicht ganz nüchtern und mit zerissenen, dreckigen Shorts und Shirt in sein Mikrofon brüllte und dabei die Bibel in der Hand hielt. Meine Knie waren komplett weich von dem Geschaukel, uns war extrem schlecht und wir waren einfach nur froh endlich wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Kein guter Start in den Tag, aber hey, es kann nur besser werden 😉

Mano holte uns ab und gemeinsam gings zum berühmten Wahrzeichen, dem 72m hohen Aufzug „Elevator Lacerda“, der die Unter- mit der Oberstadt verbindet. Immer wieder begneten uns zugedröhnte Bettler und Straßenverkäufer und wir, als offentsichtliche Ausländer, werden natürlich gerne als Ziel angesteuert. Am besten freundlich abwenden, ignorieren und ruhig weitergehen. Wir lieben es, dass hier aus allen Ecken Musik zu hören ist. Egal, ob aus dem Radio oder live, man wird immer von Musik begleitet.

Gemeinsam mit Mano erkundeten wir das Weltkulturdenkmal mit seinen pastellfarbenen Häusern und barocken Kirchen. Hier gibt es an jeder Ecke eine Kirche, angeblich für jeden Tag eine. Die gesamten Straßen der Altstadt waren bereits für das anstehende São João Fest mit bunten Fahnen und Lampions dekoriert, was zusätzlich einen ganz besonderen Charme versprühte. Michael Jackson drehte hier übrigens sein Video zu „They don’t really care about us“. Heute ist Feiertag, daher sind die Gassen nicht so überlaufen wie sonst.

 

Mano zeigt uns ihre Lieblingsplätze der Altstadt und danach gings mit dem Bus zum schönsten Strand der Stadt. Diese Busfahrt war auch ein Erlebnis für sich, Matthias flog nicht nur einmal einen halben Meter aus dem Sitz. Meine Sitznachbarin warnte mich gottseidank immer vor. Die Strände und der Leuchtturm waren wunderschön und bei einer Kokosnuss beobachteten wir die Surfer und Fischer im Wasser.

 

Obwohl die Kriminalität in der Stadt eine der höchsten Südamerikas ist, haben wir uns zu keinem Zeitpunkt wirklich unsicher gefühlt. Natürlich war es auch von Vorteil gemeinsam mit Mano unterwegs zu sein. Außerdem verzichten wir auf Reisen generell auf Schmuck und dieses Mal haben wir auch meine geliebte Kamera lieber im Haus gelassen und nur das nötige Bargeld und das Handy zum fotografieren in der Hostentasche dabei gehabt. Letzten Endes standen an jeder Ecke schwer bewaffnete Polizisten, die einen das Gefühl von Sicherheit vermitteln sollten. Wir fragten uns aber schon, wie hoch die Kriminalität denn sein muss, dass solch ein Polizeiaufgebot überhaupt notwendig ist. Aber wie gesagt, wie fühlten uns sicher und haben die Zeit in der Stadt wirklich genossen.

Brasilianische Gastfreundschaft

Anschließend besuchten wir Mano’s Familie und ihre Mama Lene hatte bereits groß für uns aufgekocht. Das Essen hätte mindestens für doppelt so viele Leute gereicht. Während dem Essen beobachteten wir von der Couch aus die Affen die von den Stromleitungen auf die Terrasse sprangen um sich dort die von Lene aufgeschnittenen Bananen zu schnappen. Sie füttert sie seit längerer Zeit und mittlerweile fressen sie ihr sogar schon aus der Hand, echt verrückt. Natürlich wurden auch die Nachbarn gleich auf uns aufmerksam und wir wurden mit neugierigen Blicken gemustert und freundlich begrüßt. Einige Bier, Caipirinhas und Nevadas (eines meiner neuen Lieblingsgetränke) später, gings dann mit dem Taxi zurück zum Hafen um vor Einbruch der Dunkelheit das Boot auf die Insel zu erwischen. Während ich komplett erschöpft ins Bett fiel, feierte Matthias noch mit Haki und den Nachbarn bis spät am Abend in einer der Dorf-Bars. Besonders die Diskussionen zwischen den Fans der 2 konkurrierenden Fußballmannschaften Salvadors (EC Bahia und EC Vitoria) sind immer wieder sehr amüsant. Da wird es ganz schnell ganz laut und emotional…immerhin geht’s um Fußball und wir sind ja schließlich in Brasilien.

 

Morgen machen wir uns auf ins Landesinnere Brasiliens, zuerst zum Wandern in die Berge und später zu Mano’s Oma und ihrer Familie um das große São João Fest gemeinsam zu feiern. Wir sind schon gespannt, was die nächsten Tage so bringen…

Bis bald & Liebe Grüße in die Heimat! 🙂

2 Comments

  • Reply
    Gonda
    17. Juni 2017 at 22:17

    Hallo ihr zwei- wir freuen uns, dass ihr so viel Tolles erlebt.
    Tanja-am Ende der Reise wirst du dich vor nichts mehr fürchten.LG Gonda und Papa

    • Reply
      Tanja Kulmer
      21. Juni 2017 at 15:07

      Hey, danke euch! Ja da hast du wahrscheinlich Recht 😀
      LG in die Heimat!

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