Island Hopping auf Fidschi

Nach 2 Monaten in Südamerika, bei nicht ganz so angenehmen Temperaturen, war die Vorfreude auf den warmen, pazifischen Inselstaat Fidschi natürlich umso größer. Aber die Anreise von Patagonien auf das Südseeparadies war alles andere als einfach. Ein 4-stündiger Flug nach Santiago, weitere 12 Stunden nach Auckland, 1 Übernachtung und schlussendlich ein 4-stündiger Flug nach Nadi – dem „Festland“ Fidschis. Aber auch hier waren wir noch nicht am Ziel. Nach einer weiteren Übernachtung, ging’g mit einer Fähre 5 Stunden lang übers Meer, zu unserer ersten Unterkunft auf den Yasawa-Inseln. Wir starteten unsere Mega-Anreise an einem Montag Abend  and erreichten unser Ziel am Donnerstag Abend. Und das Schlimmste: Wir haben unterwegs einen Tag verloren. Im Jahr 2017 existierte der 12.9. für uns einfach nicht. Mit dem Flug über die Datumsgrenze, haben wir einfach den Geburtstag meiner Schwester verpasst.

Malakati Homestay – Alptraum im Paradies

Unsere ersten 3 Tage wollten wir in dem kleinen Dorf Malakati verbringen, um das richtige Fidschi kennenzulernen. Um die Erlaubnis für den Aufenthalt im Dorf zu bekommen, mussten wir vorab eine Kava-Wurzel besorgen, um diese bei unserer Ankunft dem Häuptling zu überreichen. Das ist hier Tradition, wenn man ein Dorf zum ersten Mal besucht. Nach einigen Fragen, wurde uns schlussendlich die Erlaubnis erteilt, uns unter Einhaltung einiger Regeln (keine Sonnenbrille/Caps, Schultern und Knie bedeckt, Frauen nur Röcke etc), frei im Dorf zu bewegen.

Verschiedenen Familien haben uns zum Essen in deren Hütten eingeladen und uns einiges über deren Alltag erzählt. Wir hatten unsere eigene, kleine Strohhütte direkt an einem traumhaftem Strand. Uns sind bereits am Tag einige Mäusespuren aufgefallen und waren daher über unser Moskitonetz übers Bett sehr dankbar. Da wussten wir noch nicht, was uns die kommende Nacht erwarten würde! 😉

 

Mäuseparty – und wir mittendrin

Kurz nachdem wir die Augen geschlossen hatten, hörten wir bereits die Mäusetapser rund um uns. Irgendwann begann es zu rascheln und wir griffen zu unserer Stirnlampe – denn Strom gab es hier nicht. Die Maus saß am nächsten Bett, auf dem unsere ganzen Sachen verteilt waren und starrte uns mit großen Augen an. Wir packten alles gut ein, verstauten unsere Kekse im Drybag und hängten diesen vorsichtshalber auf. Kurz darauf wurden wir erneut durch lautes Geraschel geweckt und siehe da – die Maus hatte sich bereits den Weg zu den Keksen durch unseren Drybag gefressen! Wir trauten unseren Augen nicht und bevor wir alles realisieren konnten, tauchten weitere Mäuse auf und starrten uns von der Wand aus an. Jetzt verging uns langsam das Lachen. Wir machten kein Auge mehr zu und es stand fest, dass wir hier keine weitere Nacht verbringen werden.  Doch die Organisation der Weiterreise war eine richtige Herausforderung und bis zum Nachmittag des nächsten Tages, wussten wir nicht, ob wir es noch von der Insel runter schaffen. Gottseidank hatten wir uns unser eigenes Internet mitgebracht und konnten somit Kontakt mit der Organisatorin aufnehmen, welche nach langem hin und her, endlich einwilligte und uns ein Boot schickte. Kurz darauf war auch unser Akku leer, Lademöglichkeit gab es ja keine. Ihr könnt euch sicher vorstellen wie froh wir waren, als wir endlich auf der nächsten Insel ankamen. 🙂

Typisch Fidschi

Die Fidschianer sind ein sehr bodenständiges, entspanntes und traditionsbewusstes Volk. Und sie wurden bereits mehrmals zu den freundlichsten Menschen der Welt gewählt.  Und tatsächlich sieht man nur wenige Einwohner, die kein breites Lächeln auf den Lippen tragen.

Auf jeder Insel wird man mit lautem Gesang und einem herzlichen BULA begrüßt. Bula bedeutet übersetzt „Hallo bzw Willkommen“, doch für die Fijianer ist Bula eine Lebenseinstellung. „Now you are on fidschi-time“ bekommt man immer wieder zu hören. Die Uhrzeit spielt dabei keine so große Rolle, hier läuft alles etwas langsamer ab. Bsp: Wann gibt es Mittagessen? – Um 12. – Aber es ist doch schon 12. – Ah, ok, dann sagen wir 1! 🙂

Diese Fidschi-Time ist nicht zuletzt dem großzügigen Kava-Konsum (Nationalgetränk) der Fidschianer zuzuschreiben. Kava ist eine Wurzel, welche getrocknet und zu feinem Pulver verarbeitet wird. Mit Wasser vermischt, wurde es früher an besonderen Anlässen getrunken. Heutzutage ist die Kava-Zeremonie ein Bestandteil des Alltags und nicht mehr weg zu denken. Kava beruhigt, macht aber auch müde und träge und der Mund wird davon leicht betäubt. Zu viel davon, kann einen in eine Art Trance versetzen. Der Geschmack gleicht Schlammwasser. Ich kann es noch immer nicht nachvollziehen warum, aber Matthias hat Geschmack daran gefunden und war bei jeder Einladung mit Begeisterung dabei. Ich hingegen hab nach der 2. Schale meistens dankend abgelehnt.

Neben Rugby zählt Volleyball mittlerweile zu den Nationalsportarten. Täglich nach Sonnenuntergang, heißt es am Volleyballplatz „Fidschi against the World“. Wir Touristen sind dabei so gut wie chancenlos. Auch die Angestellten scheinen das Inselleben richtig zu genießen. Ich kam einmal mit Sam ins Gespräch, er arbeitet für ein kleines Resort und ist für das Wasser zuständig. Er wandert jeden Tag auf den Insel-Berg und dreht das Wasser auf. Der restliche Tag besteht aus Helfen, wo gerade was anfällt, chillen, Touristen beim Schnorcheln begleiten und abends Volleyball spielen und danach Kava trinken.

 

Wir sind dann mal im Wasser

Es ist noch keine 3 Jahre her, da hatte ich noch Angst vorm Schnorcheln. Nur Hand an Hand mit Matthias traute ich mich damals in Mexico ins Wasser um am 2. größten Riff der Welt zu schnorcheln. Doch sobald ich damals die bunte Unterwasserwelt sah, wurde die Angst von purer Begeisterung ersetzt.

Fidschi’s Unterwasserwelt gleicht einem kunterbuntem Aquarium. Und bei 27 Grad Wassertemperatur und glasklarem Wasser macht das Schnorcheln gleich doppelt so viel Spaß. Keine 10  Meter weit im Wasser, startete bereits das Riff – wir haben uns stundenlang im Wasser treiben lassen und einfach nur gestaunt. Immer wieder neue, bunte Korallen und Fische, von denen ich nie gedacht hätte, dass diese wirklich existieren. Violett, türkis und gelb – alle Farben auf einem Fisch – wie aus dem Bilderbuch, total unrealistisch. Insgesamt gibt es hier 1200 Fischarten und 400 verschiedene Korallenarten zu bestaunen.

 

Schnorcheln mit Haien & Mantarochen

In meiner Euphorie stimmte ich spontan zu, mit Haien zu schnorcheln. Kurz darauf saßen wir im Boot und fuhren aufs offene Meer hinaus, bis kein Land mehr in Sicht war. Und plötzlich hieß es – rein ins Wasser. Ich ließ Matthias den Vortritt. Er sollte mal schauen, ob und wo sie sind, bevor ich mich ins Wasser wagte. Kurze Zeit später sahen wir die ersten Haie am Meeresgrund, direkt unter uns. Mit großen Augen folgten wir ihnen – Gänsehautfeeling pur. Insgesamt 6 Haie und teilweise kamen sie sogar an die Wasseroberfläche – etwas zu nahe für meinen Geschmack. 😉

Ein paar Tage später hatten wir uns im Barefoot Manta Resort einquartiert. Direkt vor der Insel gibt es einen schmalen Meereskanal, in welchem sich häufig Mantarochen zum „Daten“ treffen.  Jeden Morgen fährt die Crew den Kanal ab und prüft, ob sich gerade welche hier aufhalten. Wenn das der Fall ist, folgt kurz darauf ein lauter Trommelwirbel. Das ist der Weckruf, auf den die ganze Insel wartet. Es folgt ein wildes Herumgerenne um rechtzeitig am Boot zu sein. So saßen wir um 6:30 Uhr morgens mit 8 weiteren Touristen am Boot um im Kanal abgesetzt zu werden. Man wird von einer sehr starken Strömung ein paar hundert Meter mitgetrieben und wenn man Glück hat, kommen einem unterwegs diese gigantischen Wesen entgegen. Wir hatten das große Glück, die Tiere gleich 3 Mal zu sehen. Als uns der erste Rochen entgegen kam, wurde uns etwas mulmig zu mute. Die 4-Meter Spannbreite und der große, offene Mund wirkten erstmal etwas beängstigend. Doch trotz der Größe, die pure Eleganz. Und sehr verspielt und neugierig. Der Erste tauchte gleich direkt unter Matthias durch, drehte sich anschließend um und tauchte nocheinmal unter ihm retour. Ein Anblick und Erlebnis, das wir so schnell nicht vergessen werden.

 

Nächster Schritt – Tauchkurs

Irgendwann war uns schnorcheln nicht mehr genug. Wir wollten noch näher ran. Der Tauchlehrer hat es ganz gut beschrieben: Beim Schnorcheln ist man stiller Beobachter, beim Tauchen hingegen ist man Teil der Unterwasserwelt und wird auch so wahrgenommen – Fische verstecken sich z.B. plötzlich nicht mehr, wenn man ihnen näher kommt.

Nach einer kurzen Theorie-Einheit, folgte ein Intro-Dive, direkt am Resort-Strand. Mir viel es viel leichter als gedacht, dem Equipment zu vertrauen. Das Atmen funktionierte einwandfrei und 20 Minuten später, tauchten wir bereits – ganz langsam, tiefer und tiefer. Unser Tauchlehrer zeigte uns das Riff nochmal von einer ganz anderen Seite. Es gibt hier unten so viel mehr, was man als Laie sonst einfach übersieht. Er machte einen Octopus, Upside-down Quallen, Seegurken und viele weitere Meeresbewohner ausfindig.  Manche Korallen färbten nach einer Berührung die Farbe, einfach verrückt. Wir tauchten 11 Meter in die Tiefe und stellten uns mit beiden Beinen auf den Meeresboden – beim Blick in die Höhe, konnte man durch das klare Wasser die Wolken und die Sonne sehen.

Wir waren so begeistert, dass wir anschließend gleich noch einen zweiten Tauchgang für den Nachmittag buchten. Nach 15-minütiger Bootsfahrt erreichten wir das gewünschte Riff. Kurz kam der Gedanke, ob das nicht doch noch zu viel ist, aber beim Eintauchen ins Wasser, war dieser auch schon wieder verflogen. Wie soll es anders sein, gleich zu Beginn warteten wieder unsere Freunde, die Haie, auf uns. Dieses Mal aber noch um einiges größer. Ich bin beim Anblick erschrocken und hab mich so fest an den Tauchlehrer geklammert, dass er entschied mit mir umzudrehen und eine andere Route zu tauchen. 🙂 Matthias tauchte also mit seinem Tauchlehrer den Haien entgegen und ich hingegen rund um das kunterbunte Riff auf der anderen Seite, welches alle bisherigen Unterwasser-Eindrücke nocheinmal übertrumpfte. Ich war einfach nur sprachlos und wusste nicht wo ich zuerst hinschauen sollte. Wir waren umgeben von den wunderschönsten Fischen, Korallen und blauen Seesternen.

 

Das Highlight zum Schluss – Verlobung mitten in der Südsee

An unserem letzten Tag auf Fidschi, legten wir noch einen Strandtag an der berühmten Blue Lagoon ein. Wir schnorchelten, picknickten am Strand und borgten uns anschließend ein Kajak aus. Es war einfach traumhaft und ich schwärmte „es könnte gerade echt nicht schöner sein“. Matthias bewies mir aber das Gegenteil und überraschte mich im nächsten Moment mit einem Heiratsantrag! Ich war einfach nur überwältigt und hätte beinahe aufs „Ja“ sagen vergessen 😉 Ein perfekter Abschluss unserer 2-wöchigen Inselrundreise in der Südsee!

 

Vinaka Fiji – es war uns eine Ehre dieses Südsee-Paradies kennen lernen zu dürfen!

 

10 Comments

  • Reply
    Sabine Huber
    29. September 2017 at 10:14

    Herzlichen Glückwunsch und noch viele weitere, spannende Erlebnisse wünsche ich euch!
    Toll, wie wir auf diese Weise mit euch „mitzureisen“ können!
    Liebe Grüße in die weite Welt Sabine

    • Reply
      Tanja Kulmer
      29. September 2017 at 21:34

      Hey Sabine!
      Vielen lieben Dank! Das freut uns zu hören…genau dafür ist der Blog gedacht! 🙂
      LG in die Heimat

  • Reply
    Sabine Huber
    29. September 2017 at 10:16

    „mitreisen“ meinte ich natürlich 😉

  • Reply
    Astrid
    29. September 2017 at 19:10

    Gratulation zur Verlobung… hoffe, ihr hattet ein kühles Fiji Gold zumfeiern … bussls Christisn & Astrid

    • Reply
      Tanja Kulmer
      29. September 2017 at 21:31

      Danke euch! Ja könnt’s euch vorstellen…nicht nur 1!! 😉

  • Reply
    Astrid
    29. September 2017 at 19:11

    Christian

  • Reply
    Sandra
    2. Oktober 2017 at 9:54

    Herzlichen Glückwunsch zur Verlobung! Danke auch für den schönen Artikel und die tollen Fotos! Macht direkt Fernweh! Euch noch weiterhin ein erlebnisreiche und wunderschöne Reise! LG Sandra

  • Reply
    Andi
    4. Oktober 2017 at 20:48

    Grüß euch 2!
    Gratuliere zu eurer Verlobung, wir verfolgen auch eure Weltreise aus dem schönen Gschmaier, freut mich das ihr es euch gut gehen lässt und die gemeinsame Auszeit genießt! Schöne Grüße an Matthias!

    • Reply
      Tanja Kulmer
      6. Oktober 2017 at 20:49

      Danke Andi! LG zurück nach Gschmaier! 🙂
      Matthias & Tanja

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