Isla Holbox – ein kleines Paradies auf Erden

Zum Abschluss unserer USA-Mexico Reise gings auf die Insel Holbox. Die Insel ist noch kaum touristisch erschlossen und deshalb auch schwierig mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Ich bin durch Zufall über einen Reiseblog auf diese Trauminsel gestoßen und für uns war sofort klar, da wollen wir hin!

In Valladolid wollten wir uns Bustickets für den nächsten Tag Richtung Holbox kaufen. Ohne Spanisch Kenntnisse leider etwas schwierig. Die Dame am Schalter erklärte mir mit Händen und Füßen, dass es nur einen Bus um Mitternacht gibt um direkt nach Chiquilá zu kommen, von wo aus man am Morgen mit einer Fähre auf die Insel kommt. Da wir aber am nächsten Tag noch Chichen Itza und die Cenote Ikkil besuchen wollten, kam diese Option für uns nicht in Frage. Einzige Alternative, war ein Bus nach El Ideal und von dort aus sollten angeblich immer wieder Collectivos (Sammeltaxis) in das 1,5 Stunden entfernte Chiquilá gehen. Uns blieb nichts anderes übrig, als diese Variante zu buchen. Blöd nur, dass El Ideal in keiner Karte eingezeichnet war. Und auch blöd, dass der Busfahrer kein Wort Englisch verstand. Wir saßen also im klimpernden Bus mit lauter mexikanischer Volksmusik, offenen Türen und keiner Ahnung wo wir aussteigen sollten. Ortstafeln sucht man hier vergebens. Gottseidank fiel uns ein, dass das Handy GPS auch ohne Internet funktioniert und wir so auf der Karte die Strecke ungefähr verfolgen konnten. An der einzigen Kreuzung Richtung Holbox, sprangen wir dann aus dem Bus. El Ideal war keine Stadt, sondern eine Kreuzung mit 3 Häusern und einen Haufen Ziegen. Die Einheimischen waren sehr freundlich, wussten allerdings nichts von angeblichen Collectivos die hier verkehren sollten. Sie organisierten uns jedoch ein Taxi welches uns zur Fähre brachte – geschafft!

Mit dem ersten Fuß auf dieser Insel wussten wir, wir haben eine andere Welt betreten. Stress existiert hier nicht. Den Weg zu unserem Hostel säumten knallbunte Häuserfassaden, Restaurants und Bars mit Schaukeln anstatt Stühlen und bunten Hängematten wohin man schaut. Autos gibt es hier keine, stattdessen dienen Fahräder und Golfcarts als Fortbewegungsmittel.

Die Insel ist ohnehin nur 42km lang und 2 km breit, wobei nur ein sehr kleiner Teil bebaut ist. Die langen, schneeweissen Strände sind einfach autemberaubend. Bis Mittag waren wir fast alleine und auch danach verliefen sich die Leute an den kilometerlangen Stränden. Bei unseren Strandspaziergängen konnten wir unzählige Leguane, Pelikane, Flamingos und andere außergewöhnliche Vögel beobachten. Unterwegs kann man bei einer der kleinen Strandhütten eine Pause einlegen und auf der Schaukel einen Cocktail mit frischen Früchten und Blick auf’s Meer genießen.

Ein weiteres Highlight war eine Kanutour durch die Mangroven der umliegenden, unbesiedelten Inseln. Als unser Guide und das argentinische Pärchen, welche mit uns die Tour machten, fragten, ob eine kurze Pause für einen Joint ok wäre, waren wir schon etwas erstaunt. Wir saßen also in unseren Kanus mitten in den Mangroven und die 3 reichten sich den Joint weiter – wir lehnten dankend ab. Kurz darauf, tauchte 2 Meter neben uns ein Krokodil auf und tauchte unter unserem Kanu hindurch – Matthias musste lachen als er mein erschrockenes Gesicht sah, ich denke ich war für ein paar Sekunden in einer Schockstarre. (:

Außerdem gibt es auf der Insel eine Art Tierheim und man kann dessen Hunde jederzeit zum spazieren ausführen. Die Hunde sind zuckersüss, wohl genährt und wissen genau wo es langgeht. Dabei darf natürlich auch eine kleine Runde schwimmen im Meer nicht fehlen.

Auch hier auf der Insel war das Essen einfach super lecker. Unser typisches Mittagessen waren Guacamole und Nachos mit 2-3 Sol, direkt am Strand. Am Abend konnten wir uns von Tortillas, Burritos, Tacos und Enchiladas in verschiedenen Variationen nicht satt essen. Und auch der Fisch der direkt vom kleinen Fischerboot neben dir in die Pfanne kommt, war ein Genuss! Frischer geht es wohl kaum.

Wir besuchten Holbox im November, also noch Nebensaison. Wir reisen gerne in der Nebensaison und sehen mehr Vor- als Nachteile darin. Zum einen sind die Orte nicht überlaufen und zum anderen die Preise nicht überhöht. Man kann auch spontaner sein, da kaum ein Hostel oder eine Tour ausgebucht ist.

Wenn ich mir mein persönliches Paradies erschaffen könnte, würde es wahrscheinlich nicht viel anders aussehen als diese kleine, traumhafte Insel!

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