Hanoi – Willkommen in der Stadt der 1000 Mopeds

Fast eine Woche haben wir in Vietnam’s Hauptstadt Hanoi verbracht. Mopeds, Mopeds & Mopeds. Wenn man hier wer ist, fährt man Moped. Umso besser das Moped, umso besser die Freundin. Es wird auf Mopeds gepost, gefaulenzt, gegessen, geschlafen und geknutscht. Mama, Papa, Tochter und Sohn passen locker auf 1 Moped. Auch Stillen am fahrenden Moped scheint hier kein Problem zu sein. Die Gehsteige sind nicht für Fußgänger da, sondern zum parken der Mopeds.

Um es in Zahlen auszudrücken: Auf 10 Millionen Leute kommen 7 Millionen Mopeds. Ein Grund dafür ist, dass in Vietnam keine Autos hergestellt werden. Für den Import werden 300% Steuern fällig und das können sich nur die wenigsten leisten. Wenn hier also ein Auto herum fährt, dann meistens ein richtiger Luxusschlitten. Wer hat, der hat.

Lektion Nummer 1 – Straßenüberquerung

Ja richtig gelesen. Und das ist hier wirklich eine Aufgabe. Ampeln und Zebrastreifen gibt es hier zwar, sind aber wie in Südamerika nur zur Dekoration gedacht. Wir standen also am ersten Tag auf der Straße am Zebrastreifen und warteten auf eine Lücke um schnell los zu sprinten. Ohne Erfolg. Lücken gibt es keine, der Verkehr bricht nicht ab. Nach 5 Minuten beschlossen wir es den Einheimischen nachzumachen und einfach loszugehen.

Und es schien irgendwie zu funktionieren. Solange man nur nicht stehen bleibt oder sonst eine ruckhafte Bewegung macht. Einfach im gleichmäßigen Tempo weitergehen, man könnte dabei sogar die Augen schließen. Die Mopeds schlängelten sich um uns herum und wir hofften, dass uns keiner über die Zehen fährt. Geschafft!! Das Herz schlug zwar bis zum Himmel, aber wir waren stolz. Und es wird jedes mal einfacher – Übung macht den Meister. Wobei, am letzten Tag hat uns ein Einheimischer beim kurzen Warten beobachtet, uns bei der Hand genommen und über die Straße gezerrt…währenddessen haben wir alle 3 nur gelacht.

Tradition & Moderne

Vietnam hat in den letzen 10 Jahren eine unglaubliche Entwicklung hingelegt. Der Tourismus boomt und zieht jedes Jahr mehr Reisende in sein Land. Kein Wunder…es ist sicher, günstig, das Essen ist einfach nur köstlich, die Leute sind super freundlich und die Landschaften sind atemberaubend.

In Hanoi sieht man Tradition & Moderne aufeinanderprallen. Vor allem die jüngere Generation ist z.B. in Sachen Mode den Europäern nichts hinterher. Sie sind interessiert an anderen Kulturen und Ländern und ihnen ist eine gute Ausbildung sehr wichtig. Uns haben in der Stadt Studenten angesprochen, ob wir Zeit hätten mit ihnen ein bisschen Englisch zu sprechen. Denn die 2 Wochenstunden auf der Uni sind ihnen zu wenig und daher kommen sie abends hierher um mit Touristen zu üben. Natürlich haben wir gerne geholfen und im Gegenzug viel über die Kultur und das Leben hier erfahren.

Andere leben wiederum heute noch immer so wie vor 20 Jahren. So sieht man hier in einer Straße Modeboutiquen, Nobelfriseure und Hipster-Bars und direkt daneben gibts die traditionellen Garküchen am Gehsteig und Frauen verkaufen auf ihren Schultertragen oder Fahrrädern frische Früchte und anderen Köstlichkeiten.

Man bekommt auf der Straße einfach alles. Unsere Sim-Karte für mobiles Internet haben wir beim vorbeigehen bei einer Straßenverkäuferin gekauft. Sim-Karte ins Handy und los gehts – ohne Papierkram, Registrierung etc. Auch die kleinen Plastik-Hocker, die aussehen wie aus dem Kinderzimmer, gehören hier zum typischen Straßenbild. Sie lassen sich, wenn notwendig, schnell und einfach von der Straße räumen und man kann sich die Stühle hinstellen wo es einem am besten passt – sehr praktisch.

Dann kommt einer daher, zeigt auf unsere Füße, wir schauen runter und in der nächsten Sekunde hat er den Flip Flop von Matthias in seiner Hand und zeigt uns, dass der Riemen locker ist. Bevor wir es verneinen konnten, war die Reparatur schon im Gange und natürlich gehörte auch die Sohle noch verstärkt. Für die Reparatur des eigentlich intakten Flip Flops wollte er dann natürlich entlohnt werden.

Essen – leckerer geht’s nicht

Besonders Matthias war etwas skeptisch und besonders gespannt was die vietnamesische Küche so zu bieten hat. Mittlerweile kommt er aus dem Schwärmen nicht raus. Es gab noch nichts, was uns nicht geschmeckt hat. Wir haben uns durch viele traditionelle Gerichte gekostet und wussten oft gar nicht was wir essen, aber es hat super lecker geschmeckt. Wobei ich sagen muss, im Zweifel bin ich immer Vegetarierin. 😉

Die kulinarische Überraschung schlechthin war das traditionelle Getränk – der Eier-Kaffee. Es klingt so abartig, dass wir damit gehadert haben, es überhaupt zu probieren. Aber schlussendlich haben wir uns getraut und siehe da – es schmeckt. Sehr gut sogar. Das Eier-Bier war dann aber wirklich zu viel.

Von Hanoi aufs Land

Mittlerweile haben wir auch das ländliche Vietnam kennen und lieben gelernt. Wir haben eine Nacht am Boot verbracht, während wir ungewohnt luxuriös durch die Lan Ha Bay schipperten. Im Moment sind wir in einem Homestay bei einer Familie in einem kleinen Reisdorf. Mehr dazu gibt’s in den nächsten Beiträgen!

 

No Comments

Leave a Reply

*