Auf Entdeckungstour im ländlichen Vietnam

Da es im Süden noch immer regnete, verbrachten wir ein paar weitere Tage im sonnigen Norden. Wir buchten uns ein Zugticket nach Tam Coc und los ging’s. Ähnlich wie Mai Chau ist Tam Coc umgeben von unzähligen Reisfeldern. Doch in dieser kleinen Stadt hat der Tourismus bereits Einzug gehalten. Wir entschieden uns für einen weiteren Homestay etwas außerhalb des ganzen Getümmel.

Quang hieß uns in seinem Zuhause willkommen. Er ist ungefähr in unserem Alter und spricht ganz gut Englisch. Unser Zimmer glich mehr einem Hotelzimmer, als einem Homestay und seine Mutter bekochte uns täglich mit verschiedenen Leckereien. Er versorgte uns mit Informationen über die Gegend und war richtig begeistert, dass wir ganze 3 Tage hier verbringen. Die Meisten besuchen diese Gegend nur innerhalb eines Tagesausflugs von Hanoi aus.

Auf die Räder und los geht’s

Die ersten 2 Tage erkundeten wir die Umgebung mit Fahrrädern. Kreuz und quer durch die umliegenden Dörfer und die Felder. Auch hier begrüßten uns die Leute bereits aus der Ferne. Kurz vor Sonnenuntergang fuhren wir auf einem schmalen Weg zwischen 2 Reisfeldern und trauten unseren Augen nicht, als wir plötzlich eine ganze Herde Wasserbüffel im Fluss neben uns sahen.

Keine 2 Meter von uns entfernt, badeten sie sich genüsslich in der Abendsonne. Der Anblick war einfach unbeschreiblich. Die Baby’s rannten wie verrückt herum, um nach dem Bad wieder trocken zu werden. Andere lernten gerade das schwimmen und tauchten dabei immer wieder mehrere Sekunden unter Wasser. Wir machten es uns gemütlich und genossen den Anblick dieses Schauspiels. Das ist einer dieser Momente, der wohl ewig in unseren Köpfen verankert bleiben wird. Ich habe Gänsehaut, wenn ich nur daran denke.

 

Tempel und Höhlen in Vietnam

Außerdem ist diese Umgebung bekannt für seine vielen Tempel und Höhlen. Wir borgten uns ein Moped aus und machten uns auf den Weg zur  Bai Dinh Pagoda. Mit einer Fläche von 500m2 ist sie einer der größten Tempelanlagen weltweit. Die Anlage schien an dem Tag unseres Besuchs wie ausgestorben. Wir genossen die Ruhe und spazierten gemütlich vorbei an unzähligen Buddhas und Tempel. Die Liebe zum Detail ist nicht zu übersehen und einfach unglaublich.

 

Auf dem Weg zurück legten wir einen Halt bei einer angeblich wunderschönen Höhle ein. Die Höhle selbst war unserer Meinung nach nicht erwähnenswert. Aber wir hatten Glück, denn wir trafen ein Paar welches uns einen unbezahlbaren Tipp gab. Wir lauschten gespannt und folgten anschließend ihren Anweisungen.

Wir packten also unsere Handy-Taschenlampe aus, um einer stockdunklen Treppe ins Obergeschoß der Höhle zu folgen. Es war etwas unheimlich und das Gequietsche der Fledermäuse machten es nicht angenehmer. Oben angekommen, standen wir vor einem kleinen in die Felsen gebauten Altar. Und dann sahen wir den Mann im Gebüsch über uns winken. Wir ignorierten das Schild mit der Aufschrift „Don’t climb here“ und kraxelten über die Böschung zu dem Mann. Er bot an, uns für ein paar Dollar den Weg hoch zu bringen. Wir wussten allerdings was das Paar vor uns bezahlt hat und da er von uns das vierfache haben wollte, lehnten wir nach einer kurzen Diskussion dankend ab und machten uns selbst auf den Weg.

Alle paar Minuten stellten wir unsere Entscheidung in Frage. Es gab keinen Weg und wir waren uns oft nicht sicher, ob wir noch richtig sind. Und gerade die letzten 10 Höhenmeter waren echt grenzwertig, überhaupt wenn man nicht ganz schwindelfrei war. Doch ich nahm all meinen Mut zusammen und kletterte die spitzen Steine hoch. Die Belohnung war ein traumhafter Ausblick über die umliegenden Reisfelder, Dörfer und die sogenannte trockene Halong Bucht mit ihren unverwechselbaren Felsformationen die wie gemalt aus dem Boden ragen.

 

Höhen & Tiefen

Genau solche unerwarteten Erlebnisse machen das Reisen immer wieder so einzigartig – kein Tag ist wie der Andere! Aber natürlich erleben wir nicht nur solche Tage. Besonders die darauf folgende Woche war alles andere als schön. Wir wurden von einem Taifun bzw. dessen Auswirkungen überrascht. Kein so schönes Abenteuer, aber keine Sorge, uns gehts gut – mehr dazu im nächsten Beitrag.

 

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