Auf dem Weg in die Berge Brasiliens

São João Schulfest

Bevor wir uns auf den Weg in die Berge Bahias machten, durften wir noch mit Noa und Nina das São João Fest in ihrer Schule feiern. Der letzte Schultag vor den Ferien. Alle Mädchen kamen in traditionellen Kleidern und die Buben in Karo-Hemden und mit Fetzen verzierten Jeans und Stiefeln. Jede Klasse hatte eine Aufführung vorbereitet und es wurde durchgehend bei sehr lauter Musik und toller Stimmung gefeiert und mit Krachern geschossen.

 

Cachoeira

Am Samstag machten wir uns auf den Weg in die Berge Bahias. Zusammen mit den 2 Kids, Nina und Noa, ging’s im Auto 3 Stunden über richtig holprige Straßen nach Cachoeira. Dort legten wir einen Zwischenstop bei Nuno ein, einem Bekannten von Haki, der uns ein Zimmer für die Nacht anbot.

Salsa-Nacht in einem kleinen Bergdorf

Am Abend brachte uns Nuno in ein kleines, abgelegenes Bergdorf, welches nur mehr über eine Lehmstraße zu erreichen war. Mit dem Auto grenzwertig, aber das haben wir uns auf diesen Straßen schon öfter gedacht. Er hatte einem Freund versprochen heute noch einen Sprung vorbei zu schauen. Gegenüber dessen Hütte, gab’s eine kleine Bar. Als wir ankamen, waren wir etwas erstaunt, wohin er uns jetzt gebracht hat. Circa gleich erstaunt waren auch die Einheimischen, als sie uns sahen. Touristen verirren sich sonst so gut wie nie hierher. Es wäre vergleichbar damit, wenn irgendwelche Touristen bei Michi’s Partyhütte in Hofstätten aufkreuzen würden. 😉

Wir wurden sehr herzlich begrüßt und mit Bier und Likör versorgt. Circa eine Stunde später, trudelten die ersten Leute ein. Von Jung bis Alt und von top gestylt bis in Gummistiefeln war alles anzutreffen. Vor der Bar wurde ein kleines Feuer angezündet und da es durch den Regen davor nicht brennen wollte, wurde schnell Benzin von einem Moped in eine Bierdose gefüllt und ins Feuer geschüttet – so geht’s auch. Auch hier wurde die ganze Nacht mit Böllern wie verrückt geschossen. Zwischendurch sah man wieder einmal ein paar Reiter vorbei reiten bzw. kurz auf ein Bier einkehren.

Später versammelten sich alle in der Dorfkapelle zum beten. An diesem Tag wurde der Heilige Antonio gefeiert. Die Brasilianer haben irgendwie immer etwas zu feiern. 😉 Nach dem beten wurden dann alle in einem großen Raum versammelt und eine Band eröffnete den Samba. Einer nach dem anderen trat in die Mitte und zeigte unter tobendem Applaus den Anderen was er drauf hat. Das war echter Samba, keine Sambaaufführung für Touristen. Eine Oma in einem bunten Katzenshirt und ein Mann in Gummistiefel lieferten sich ein Battle – es war einfach ein Wahnsinn! Die Leute hier haben den Tanz bzw. das Gefühl einfach im Blut. Auch 10 Jahre Tanzkurs würden uns niemals so tanzen lassen.

Das war wirklich ein einzigartiger Abend, den wir so schnell nicht vergessen werden. Leider gibt’s nur ganz wenige Handy-Fotos in dementsprechender Qualität.

 

Fahrt nach Lençóis

Am nächsten Tag in der Früh wollten wir noch schnell Geld abheben, aber beide Banken der Stadt hatten geschlossen. Später erfuhren wir, dass beide Banken in einer Nacht überfallen und ausgeraubt wurden.

Auf dem Weg zu unserem Ziel, dem Nationalpark Chapada Diamantina, mussten wir einen Fluss überqueren. Die Fähre bot Platz für ein paar Autos und wurde von einem dazu gebundenen, kleinen Motorboot gesteuert – sehr kreative Konstruktion.

Neben den Straßen sahen wir immer wieder junge Männer mit kleinen Vögel in ihren Käfigen auf der Schulter spazieren. Haki erklärte uns, dass man hier ganz vorne dabei ist, wenn man sich Sonntags mit seinem kleinen Haus-Vogel im Käfig mit Freunden trifft und gemeinsam spazieren geht. 🙂

Mitten im Nirgendwo ging uns dann auch noch fast der Sprit aus und wir mussten bei einer alten Dame Sprit in Flaschen kaufen um die nächsten Kilometer bis zur Tankstelle zu schaffen. 4 Stunden und viele, viele Zeitvertreibungs-Spiele mit den Kids später, haben wir es zu unserem kleinen Hotel in Lençóis geschafft. Nina und Noa bleiben die nächsten Tage bei ihrer Mama und wir werden die Wasserfälle, Höhlen und die wunderschöne Landschaft in der Umgebung erkunden.

 

5 Comments

  • Reply
    Mama
    24. Juni 2017 at 17:20

    Ich hab mich schon auf dieses Kapitel eurer Reise gefreut und es war wieder sehr spannend! Bussis an alle! Mam

  • Reply
    NADJA TELLER
    26. Juni 2017 at 15:13

    Wahnsinnig spannend….
    Freue mich schon auf die nächsten berichte…❤
    Wünsche euch alles liebe und noch weitere tolle Erlebnisse…

  • Reply
    Melanie Schuster
    12. Juli 2017 at 15:58

    Wow echt so spannend. Und sooo tolle fotos. Wünsche euch noch schöne Erlebnisse meli

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