Amsterdam & Umgebung

Viele besuchen Amsterdam nur übers Wochenende, dabei hat die unmittelbare Umgebung der Stadt noch so viel mehr zu bieten. Wir erkundeten in 10 Tagen nicht nur das wunderschöne Amsterdam, sondern auch die idyllische Natur und einige charmante, traditionelle Dörfer rund um die Stadt.

Amsterdam – Venedig des Nordens

Die wunderschönen Häuser in Kombination mit den Kanälen und den unzähligen, schönen Brücken ist einzigartig und die unendlich vielen Fahrräder verleihen der niederländischen Metropole einen ganz besonderen Charme. Die lockere, lässige Atmosphäre hat uns sofort angesteckt und wir fühlten uns gleich wohl. Die vielen Restaurants mit Terrassen direkt am Wasserrand und zahlreiche Straßenkünstler sorgen für eine tolle Stimmung. Außerdem kann man hier stundenlang entlang der Grachten vorbei an hippen Boutiquen, Secondhandshops, Antiquitätenläden, Flohmärkten und den vielen Hausbooten flanieren. Aber Achtung – hier gilt Radfahrer VOR Fußgänger. Es wirkt erstmal wirklich gefährlich, aber irgendwie scheint es sich immer auszugehen. Die Kinder werden einfach in Körbe vor dem Rad gesetzt und los gehts.

Wir fanden es auch sehr amüsant wie sich die Amsterdamer an jedem Sonnenstrahl des Tages erfreuen. Sobald die Sonne raus kommt, sieht man an den Hausfronten Stühle an die offenen Fenster oder kleinen Balkone gerückt und die Leute lassen sich die Sonne auf den Bauch scheinen.

Wir hatten wieder eine Wohnung über AirBnB gemietet und genossen von unserer eigenen Dachterrasse aus den Blick auf eine Windmühle und über die Dächer der Stadt. Überraschenderweise war Amsterdam auch kulinarisch ein Highlight. Die holländische Küche ist ein kultureller Mix aus aller Herren Länder. Wir lieben es uns unbekannte Gerichte und neue Geschmacksrichtungen auszuprobieren. Vor allem indonesische Restaurants sind hier aufgrund der vergangenen Geschichte sehr dicht angesiedelt – am besten bestellt man eine Rijsttafel – ein bunter Mix aus verschiedenen Gemüse, Fleisch und Fischvariationen auf indonesische Art zubereitet und serviert in vielen kleinen Portionen – seeeehr lecker!

Natürlich darf auch ein Besuch im Bulldog Coffeeshop, dem Albert Cuyp Markt, dem Rijksmuseum und ein Picknick im Vondelpark nicht fehlen. Auch der Rotlicht Distrikt ist besonders am späten Abend ein Highlight der Stadt. Wir wollten auch unbedingt das Anne Frank Haus besuchen, jedoch hätten wir uns dafür stundenlang in die Warteschlange stellen müssen. Anscheinend muss man die Karten bereits Wochen im Voraus online kaufen.

 

Ein weiteres unerwartetes Highlight war die Gay Pride, eine der größten Schwulen- und Lesbenparaden Europas, die während unseres Urlaubes stattfand. Leuchtend bunte und schrill dekorierte Party-Boote mit DJ’s und vielen Feierfreudigen an Bord, schippern nacheinander entlang der Grachten. Links und rechts am Ufer, sowie an allen Brücken, Dachterrassen und Fenstern entlang der Parade wurden die Boote von den Zuschauern gefeiert. Es herrschte eine ausgelassene und fröhliche Stimmung und von Kindern bis hin zu Pensionisten, feierten alle mit. Es ist grandios zu sehen, wie offen und tolerant diese Stadt ist.

 

Farbenfrohes Volendam

Dieses verträumte Fischerdorf an der Küste Hollands ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Nach dem quirligen Amsterdam erwartet einen hier ein ruhiges Küstenstädtchen mit kleinem Hafen und schmalen, bunten aneinandergereihten Häuschen. In der frischen Meeresbrise und leckeren Fischspezialitäten to Go, lässt es sich hier ganz wunderbar entspannen. Wir haben uns auch hier ein Rad ausgeborgt und sind zum Leuchtturm gefahren – eine Kulisse wie aus dem Bilderbuch.

 

Idyllisches Zaanse Schans?

Windmühlen wohin man schaut, kleine Häusschen mit dunkelgrün gestrichenen Holzfassaden und weißen Fensterrahmen und Schafe grasen in den Gärten vor der Haustüre. Idylle pur – zumindest früh am Morgen und spät am Abend, wenn die Touristenmassen den Ort noch nicht erreicht bzw. wieder verlassen haben – nur dann kann man diesen wunderschönen Ort und die Ruhe hier wirklich genießen.

 

Bergen aan Zee – Im Reich der Dünen

Mit dem Zug nach Alkmaar und dann weiter mit dem Bus nach Bergen aan Zee, die Anreise dauert etwas länger aber lohnt sich auf alle Fälle. Der nette Ort liegt direkt am kilometerlangen Strand und ist Ausgangspunkt für viele Radtouren und Wanderungen. Wir haben uns Räder ausgeborgt und sind damit quer durch das Naturreservat mit Eichen- und Kieferwäldern und eine der schönsten Dünenlandschaften der Nordseeküste bis nach Egmond aan Zee geradelt. Vorbei an wilden Pferden und einsamen Sandstränden. Diese Gegend hat all unsere Erwartungen übertroffen.

Auf dem Rückweg nach Bergen hab ich den Mann vom Fahrradverleih allerdings richtig verflucht. Denn der Weg retour war bei weitem nicht „einfach“, so wie er es beschrieben hatte. Ich war am Ende meiner Kräfte und hätte das Rad am liebsten im nächsten Graben versenkt. Das kann vielleicht auch daran liegen, dass ich seit Jahren auf keinem Rad mehr gesessen bin und die Holländer doch eine andere Definition von „einfach“ haben. In Bergen angekommen, habe ich mir geschworen, nie wieder auf ein Rad zu steigen. (;


 

Nieuwendam – Amsterdam Noord

Geografisch ein Stadtteil Amsterdams, praktisch eine andere Welt. Denn auf der anderen Seite des Wassers, bietet die Gegend Amsterdam Noord eine Welt der Kontraste. Weite Grünflächen, kleine charmante Dörfer und gleichzeitig einige der modernsten architektonischen Sehenswürdigkeiten der Stadt. Natürlich wäre auch diese Gegend am besten mit dem Rad zu erkunden. Jedoch tat mir von unserer Tour in Bergen noch so der Allerwerteste weh, dass es mir nicht möglich war mich nocheinmal auf ein Rad zu schwingen. Deswegen nahmen wir den Bus und erkundeten die Gegend zu Fuß.

Wenn man hier ankommt, scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Ländliche Atmosphäre und ein wenig ursprüngliches Holland. Wir spazierten vorbei an kleinen, hübschen  Häusern mit prachtvoll bepflanzten Vorgärten. Die Leute scheinen hier sehr offen und kreativ zu leben. Vor einer Haustüre saß ein Mann mit seiner Gitarre und ein paar Meter weiter saßen ein paar alte Männer vor dem Haus beim Karten spielen. Stress scheint hier nicht zu existieren. Hier lässt es sich definitiv leben.

 

Wie ihr seht, hat uns diese Stadt und ihre Umgebung richtig in den Bann gezogen und der Abschied ist definitiv nicht für immer.

 

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