3-Tages-Wanderung durch den Colca Canyon

Der Colca Canyon in Peru ist die zweittiefste Schlucht der Welt, doppelt so tief wie der Grand Canyon. Wir haben uns für eine 3-Tages-Wanderung entschieden, um den Canyon und deren Bewohner genauer kennen zu lernen.

Um 3 Uhr früh ging’s mit einem kleinen Bus und 9 weiteren Wanderlustigen von Arequipa über einen 4.900m hohen Pass in den Canyon. Es hatte um die -15 Grad und der Bus hatte keine Heizung. Die Scheiben waren von innen zugefroren und der Lenker musste während der Fahrt regelmäßig seine Sicht freikratzen.

3 aktive Vulkane

Während der Fahrt erfuhren wir nebenbei, dass der Canyon wahrscheinlich bald für Touristen geschlossen wird. Die 3 Vulkane werden immer aktiver und es sei zu gefährlich. Was glaubt ihr war das Erste, das wir gesehen haben? Natürlich – ein spuckender Vulkan. Aber wir seien weit genug weg – alles kein Problem.

 

Kondor – der König der Anden

Wir legten einen kurzen Stop ein, um dem Nationalvogel Peru’s beim morgendlichen kreisen im Canyon zuzusehen. Die Flügelspannweite des Kondors beträgt 2-3 Meter – ein beeindruckender Anblick.

Etappe 1 – Los geht’s

Am Ausgangspunkt angekommen, war es bereits um einiges wärmer und wir starteten mit unserem Guide und 2 Mädls aus Dublin unsere erste Etappe. Von 3.300 gings runter auf 2.100 Höhenmeter, zum Fuße des Canyons. In der prallen Mittagssonne, bei 34 Grad und der ungewohnten Höhenluft. Nicht ganz so einfach wie gedacht.

Den Nachmittag und die kommende Nacht verbrachten wir bei einer Familie, welche seit Generationen hier lebt und Zimmer für Wanderer anbietet. Eine kalte Dusche im Hof ist inkludiert. 😉 Wir bekamen eine Suppe und Alpaka mit Reis und Gemüse serviert. Um 4 Uhr ging die Sonne unter und damit kam auch wieder der Kälteeinbruch. Wir wärmten uns mit vielen Coca-Tee’s und vertrieben uns die Zeit bis zum Abendessen mit einer Runde Belgiern beim Karten spielen. Unser Guide hingegen, battelte sich mit dem Hausherren beim zocken auf einer Playstation 2.

Die Gästezimmer bestanden aus Lehmwänden und Strohdach. Der Wind wehte durchs Zimmer. Mit Haube, Daunenjacke und dicker Decke schliefen wir aber besser als gedacht.

 

Etappe 2 – Wanderung durch atemberaubende Landschaften

Heute wanderten wir in ein 4 Stunden entferntes Bergdorf. Wir durchquerten traumhafte Landschaften und wagten uns über viele wackelige Hängebrücken. Auf dem Weg erfuhren wir interessante Infos zur Inka-Kultur und über die vielen Planzen und Tiere, die es hier gibt. Das Bergdorf selbst, wirkte etwas ausgestorben. Die meißten Bewohner sind auf den Feldern zum arbeiten und kommen erst nach Tagen oder Wochen wieder zurück ins Dorf.

Die 2. Nacht verbrachten wir in einem Hotel am Fuße des Canyons. Nach einer Abkühlung im Pool mit Blick in die Berge, genossen wir die letzten Sonnenstrahlen. Auch hier gab’s nur kaltes Wasser zum Duschen und die Zimmer waren noch luftiger als die Nacht davor. Strom gab’s nur wenige Stunden – unsere Stirnlampe war somit Gold wert. Wir hatten bereits einen anständigen Muskelkater und besonders ich war abends nicht mehr in der Lage Stufen abwärts zu gehen. Ich war mir nicht sicher wie und ob ich den nächsten Tag meistern werde.

 

Etappe 3 – der schwierigste Teil

Um 4 Uhr morgens starteten wir den steilen Aufstieg. 1.200 Höhenmeter in knapp 3 Stunden. Ich stieß wirklich an meine Grenzen. Die Höhenluft machte mir mit Kopfschmerzen zu schaffen und wir waren ständig außer Puste. Einen Schritt nach dem anderen. Der Sonnenaufgang entschädigte etwas – zum fotografieren war allerdings keine Kraft vorhanden – und das soll was heißen. 😉

Auf den letzten Metern überholten uns einige Maultiere mit Touristen die den Aufstieg wohl nicht mehr selbst geschafft haben. Da überkam mich dann doch etwas der Stolz und ich biss nochmal anständig durch und mobilisierte meine letzten Kräfte für den Endspurt. Geschafft!!! Das Gefühl war einfach unbeschreiblich!

 

2 Comments

  • Reply
    Sabrina
    28. Juli 2017 at 11:38

    Wow was für eine Wanderung! Da kannst du echt stolz sein Hmmm Alpaca mit Reis….

    • Reply
      Tanja Kulmer
      30. Juli 2017 at 4:00

      Danke Sabrina! Ja, Alpaca ist hier wie das Schweinefleisch bei uns…ich bin dann doch lieber beim Reis geblieben 😉

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