100 Tage Weltreise & Südamerika Rückblick

Unglaublich aber wahr – wir sind bereits seit 100 Tagen unterwegs. Wir haben in dieser Zeit so viele Dinge erlebt und gesehen, dass wir es selbst nicht glauben können. Brasilien, Peru, Bolivien, Chile und Argentinien. Jedes einzelne Land steht für sich, die Unterschiede könnten nicht größer sein. Doch eines haben alle gemeinsam – pura vida – sie versprühen pure Lebensfreude. Das Leben wird einfach nicht so ernst genommen. Stress scheint ein Fremdwort zu sein. Improvisieren und das beste aus der Situation zu machen, steht hier hingegen hoch im Kurs. Und auch die Offenheit und Herzlichkeit der Menschen hat uns tief beeindruckt – wir haben uns immer auf Anhieb wohl und willkommen gefühlt.

Die Natur könnte nicht vielfältiger und schöner sein. Traumhafte Strände, tropische Wälder, Wüsten, Gletscherlandschaften, ewig weite Steppen,  imposante Felsformationen und Bergkulissen, Wasserfälle der Extraklasse, bunte Lagunen und vieles mehr warten darauf bestaunt zu werden.

Wir haben verschiedenste Kulturen kennengelernt und so gut wie alle Klimazonen durchquert, einmal sogar 3 an einem Tag. Wir sind oft an unsere Grenzen gestoßen, aber haben gleichzeitig erfahren, dass man sich Grenzen immer neu stecken kann.

Andere Länder, andere Sitten

Teilweise erlebten wir richtige Kulturschocks. Vorallem in Bolivien. Die getrockneten Lamaföten und die Fleischabteilungen in den Markthallen waren wirklich grenzwertig. Aber auch das gehört zum Reisen dazu.

Auch die Plastikflaschen-Berge in Patagonien, meist rund um Kreuze an den Straßenrändern, waren für uns lange schlichtweg unverständliche Umweltverschmutzung. Jetzt wissen wir, dass die mit Wasser gefüllten Flaschen eine Opfergabe für Pacha Mama und somit ein wichtiger Bestandteil ihrer Kultur sind.

Armut

An den Anblick der Armut hingegen werden wir uns wohl nie gewöhnen. In allen bereisten Ländern, wohnen Leute in Blechhütten, die bei uns nicht einmal als Gartenhütten durchgehen würden. Viel zu viele Leute kämpfen täglich ums Überleben. Und sogar in Patagonien, wo der Großteil des Jahres Temperaturen um den Nullpunkt herrschen und der Sturm täglich durch die undichten Fenster zieht, gibt es keine Heizungen. Nur für Touristen werden Luxushäuser eingerichtet, denn damit lässt sich Geld verdienen. Und diese Luxushäuser sind für uns teilweise echt unkomfortabel – Duschen mit Warmwasser sind keine Selbstverständlichkeit, von der Sauberkeit und Hygiene gar nicht zu reden.

Ein Gespräch mit unserem Guide in der Salzwüste Boliviens, werde ich so schnell nicht vergessen. Es ging darum, warum es in Bolivien keine Heizungen in den Häusern gibt. Die Antwort war schlichtweg „hauptsächlich, weil es immer so war“. Die Leute sind es gewohnt ohne Heizung zu leben und in Bolivien benötigen Veränderungen viel Zeit. Aber er hat im Fernsehen einmal so einen Kamin mitten im Wohnzimmer gesehen und davon träumt er – irgendwann möchte er sich den Traum vielleicht mit seiner Familie erfüllen. Aber Träume bleiben hier meistens Träume. Wie es mir beim Gedanken an unser Wohnzimmer mit dem offenen Kachelofen, zusätzlich zur Fußbodenheizung, ergangen ist, brauche ich denke ich nicht erläutern.

Außerdem werden wir die vielen, zutraulichen Straßenhunde vermissen. Ich hätte mindestens 10 davon am liebsten eingepackt und mitgenommen. Sie sind für jede Streicheleinheit so unendlich dankbar und weichen einem nicht mehr von der Seite. Oft sind sie stundenlang mit uns durch die Städte spaziert und sogar beim Baden im Meer waren sie dabei. Auch wenn sie kein fixes Zuhause haben, werden sie von den Einheimischen mit dem Notwendigsten versorgt. In Peru gab es z.B. kaum einen Hund ohne Pulli oder Jacke – ja richtig gelesen…die ziehen den Straßenhunden Kleidung an, damit sie nicht frieren. Wir haben einmal gesehen, wie ein Obdachloser sein halbes Brot einem Hund gegeben hat – ich musste bei dem Anblick mit den Tränen kämpfen.

Thema Sicherheit

Wir wurden oft gewarnt, was die Sicherheit in Südamerika angeht. Natürlich sollte man vorsichtig sein und seine Wertgegenstände nicht leichtsinnig präsentieren und verwahren. Aber das sollte man auch in Europa. Und natürlich sollte man bestimmte Regeln einhalten und z.B. nachts nicht zu Fuß in fremden Gassen herum irren, sondern einfach ein offizielles Taxi nehmen.

Wir waren stets aufmerksam und vorsichtig und wir hatten nicht annähernd eine schlechte Erfahrung. Natürlich gehört auch ein bisschen Glück dazu – um nicht zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein – aber das gilt ebenfalls nicht nur für Südamerika, sondern für die ganze Welt.

Hasta Luego Südamerika – wir sehen uns wieder

Natürlich war es für uns erstmal eine große Umstellung. Wenn man den europäischen bzw. österreichischen Standard gewohnt ist, muss man sich in vielerlei Hinsicht erst einmal neu einstellen. Wir mussten uns sehr oft in Gelassenheit und Geduld üben, was uns anfangs nicht immer leicht gefallen ist, wir zum Ende hin aber immer mehr genossen haben. Nach 3 Monaten Südamerika hoffen wir, dass wir so viel wie möglich von diesen Eigenschaften mit in unseren Alltag nach Österreich nehmen können – es lebt sich damit einfach viel entspannter. 🙂

Unsere „Probleme“ wirken nun oft eher lächerlich und nicht mehr einer Rede wert. Wir wissen den Luxus, den wir in Österreich in jeder Hinsicht genießen, nun noch mehr zu schätzen und sind einfach nur dankbar für die Möglichkeiten die wir in unserem Leben haben. Sei es die freie Berufswahl, die Möglichkeit über sein Geld selbst zu verfügen oder einfach zu Reisen, um nur ein paar Punkte zu nennen.

Davon können viele Menschen in Südamerika nur träumen. Und trotzdem sind diese Menschen oft glücklicher. Das beweist nur nocheinmal, dass nicht die materiellen Dinge im Leben zählen, sondern viel mehr die Einstellung zum Leben und die Kunst, das Beste aus der Situation zu machen. In der Theorie wussten wir das schon vorher,  aber es wirklich zu erleben, war ganz etwas Anderes und sehr Wertvolles für uns. Auch das ist Etwas, das wir am Reisen so lieben.

Südamerika hat uns zu 100% in seinen Bann gezogen und Argentinien, Brasilien, Kolumbien, Costa Rica und weitere Länder stehen ganz oben auf unserer Wish-List für zukünftige Reisen. Besonders Kolumbien wurde uns immer wieder von Reisenden als Highlight von Südamerika genannt. Wir haben sogar kurzzeitig überlegt unsere restliche Zeit in Südamerika zu bleiben. Aber auch die Vorfreude auf Neuseeland, Fidschi und Vietnam ist riesig. Und so haben wir einen Grund, wieder zu kommen.

Zweite Halbzeit – ein neues Kapitel unserer Reise beginnt

Es fiel uns nicht leicht, Südamerika hinter uns zu lassen. Aber die unglaublichen Erinnerungen an unsere Erlebnisse auf diesem Kontinent werden uns ewig bleiben! Mittlerweile sind wir vom tiefen Winter weiter auf die Fidschi Inseln geflogen. 30 Grad Temperatur-Unterschied. Unser erstes Erlebnis hier war alles andere als paradiesisch…aber mittlerweile können wir darüber lachen. Mehr dazu gibt’s im nächsten Beitrag 😉

4 Comments

  • Reply
    Thomas Taucher
    23. September 2017 at 19:09

    GENIAL !!!… Ich bin wirklich beeindruckt… traumhafte Bilder, geniale Erlebnisse… that’s life… AWESOME
    wünsche euch noch einen tollen restlichen Trip… freu mich auch die stories 😉

    • Reply
      Tanja Kulmer
      29. September 2017 at 4:24

      Hey Thomas! Danke, danke…das Feedback freut uns sehr!! Wir werden euch hier natürlich auf dem laufenden halten! 🙂 LG

  • Reply
    Sabrina
    24. September 2017 at 13:55

    Treffende Worte und ich bin gespannt, was fie nöchsten 100 Tage bringen!!

    • Reply
      Tanja Kulmer
      29. September 2017 at 4:22

      Danke! Wir sind auch schon gespannt was noch so auf uns zukommt! Fad wird’s bestimmt nicht 🙂

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